Ein neuartiger Biochip des Münchner Technologie-Unternehmens Infineon soll die Entwicklung von Medikamenten deutlich beschleunigen. Anders als herkömmliche flache Biochips ist der Infineon-Chip dreidimensional aufgebaut. Etwa eine Million jeweils rund zehn Mikrometer dünner und einen halben Millimeter langer Kanäle durchziehen den Probenträger aus Silizium. In die Kanäle werden die zu untersuchenden Proben, die zuvor mit einem Wirkstoff-Kandidaten behandelt wurden, eingefüllt und mehrmals darin hin und her gepumpt. Zum Nachweis bestimmter Gene in der Probe sind die Wände der Kanäle mit bekannten Gen-Abschnitten bestückt. An ihnen docken nur die passenden Gene der Probe an. Wegen der im Vergleich zu einem zweidimensionalen Biochips viel größeren reaktiven Oberfläche des 3D-Chips ist dieser besonders empfindlich für die getesteten Wirkstoff-Kandidaten: Durch die Kanalstruktur können rund 100-mal mehr Moleküle miteinander reagieren als bei flächigen Chips. Die Analyse benötigt daher deutlich weniger Zeit als mit herkömmlichen Biochips. Der Nachweis der Gen-Verbindungen erfolgt durch einen beigemischten Farbstoff: Er setzt sich dort ab, wo Proben-Gene angedockt haben und macht die Stellen durch Leuchten sichtbar.
Hans Groth





