Studienleiter Joe Franks und seine Kollegen haben nun eine noch effektivere Beschichtungsmethode entwickelt: Das zu veredelnde Material wird auf eine Elektrode montiert, die an einen Hochenergieradiosender gekoppelt ist. Anschließend werden gasförmige Kohlenwasserstoffe wie Methan oder Erdgas in die Kammer geleitet und mit den Radiowellen bestrahlt. Die hohe Energie spaltet die Moleküle, so dass positiv geladene Kohlenstoffionen entstehen, die wiederum von der negativ geladenen Elektrode angezogen werden und sich auf der Oberfläche niederlassen. Der Vorteil dieses Verfahrens: Die Werkstoffe müssen im Gegensatz zu früheren Methoden nicht erhitzt werden und erleiden dadurch keinen Schaden. Aus diesem Grund können nicht nur Kunststoffe und Keramiken, sondern auch biologische und biokompatible Materialien beschichtet werden, berichteten die Forscher.
Franks und seine Kollegen haben in Zusammenarbeit mit einem großen britischen Krankenhaus bereits beschichtete Knieprothesen entwickelt, die keine allergischen Reaktionen mehr hervorrufen. Außerdem arbeiten die Forscher an Kathetern und anderen medizinischen Implantaten, auf denen sich keine Bakterienkolonien festsetzen können und die daher das Infektionsrisiko nach Operationen vermindern. Selbst künstliche Arterien aus dem körpereigenen Protein Kollagen können die Wissenschaftler mit ihrem Verfahren beschichten. Damit werde sowohl die Bildung von Blutklumpen an der künstlichen Gefäßwand verhindert als auch der Abbau des Kollagens durch den Körper, kommentiert Franks.




