McHenry und seine Kollegen berichten jetzt aber, dass die Echsen mit ihrem langen Hals auch den Meeresboden abgrasten. Die Forscher entdeckten zwei neue Elasmosaurier-Exemplare, die einige Jahrmillionen vor ihren Vettern aus Nordamerika lebten. Die beiden fünf bis sechs Meter langen und etwa eine Tonne schweren Tiere schwammen vor etwas mehr als hundert Millionen Jahren durch die Meere der frühen Kreidezeit.
Im Magen des einen Exemplars fanden die Forscher versteinerte Muschelschalen, Schneckenhäuser sowie Überreste einer Seelilie. Das andere Exemplar verspeiste offensichtlich bevorzugt Krebse. Zusätzlich entdeckten die Forscher auch vereinzelt Überreste von Fischen und Belemniten. Dabei handelt es sich um Tintenfische aus dem Erdmittelalter, die ein längliches, kegelförmiges Gehäuse besaßen und deswegen unter dem Namen “Donnerkeil” bekannt sind.
Auch Magensteine befanden sich in den Innereien der Saurier. Damit zerkleinerten die Echsen wahrscheinlich die harten Kalkschalen der Meeresfrüchte, vermuten die Forscher um McHenry. Teilweise handelte es sich bei diesen Steinen um zusammengepresste Schalen der Beutetiere, teilweise auch um Kiesel, die die Saurier absichtlich geschluckt hatten und die aus einer Entfernung von mehr als 300 Kilometern von der Fundstelle stammten.
Wie die Forscher schreiben, dürfte die flexible Ernährung zum evolutionären Erfolg der Elasmosaurier beigetragen haben. Die Fleischfresser machten immerhin 135 Millionen Jahre lang die Meere unsicher.




