Jedes Jahr werden in Deutschland 2,1 Millionen Tonnen Flachglas hergestellt, die man unter anderem für Fenster, Windschutzscheiben oder Bildschirme benötigt. Bisher ist das Zurechtschneiden des Materials aber teuer und zeitraubend: Zunächst werden die Konturen mit einem Schneidrad ins Glas geritzt, danach bricht man die Scheibe entlang dieser Ritzung. Die Bruchkanten müssen anschließend aufwendig nachbearbeitet und glatt geschliffen werden. Dabei bilden sich manchmal Risse, die das Werkstück unbrauchbar machen.
Das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg hat jetzt ein neues Verfahren zum Glasschneiden entwickelt: das laserinduzierte Spannungstrennverfahren (LiST). Projektleiter Horst Kordisch: „Dabei machen wir uns die Temperaturempfindlichkeit des Glases zunutze. Der Laser zieht die gewünschte Kontur auf dem Glas, das dann schnell abgekühlt wird und genau da reißt, wo es soll – sauber und glatt. Die Kanten müssen nicht nachbearbeitet werden.” Die IWM-Forscher setzen für ihre Technik CO2-Laser und Diodenlaser ein, die mit verschiedenen Wellenlängen arbeiten, da die Gläser je nach Struktur, Farbe und Zusammensetzung Licht unterschiedlich absorbieren.
Hans Groth





