Kriminalisten können mithilfe von MXRF auch andere Substanzen in einem Fingerabdruck aufspüren. Diese können wichtige Hinweise für die Ermittlungen liefern. Enthält ein Abdruck zum Beispiel ungewöhnlich hohe Mengen an Nitrat und Kalium, hatte der Gesuchte vermutlich Sprengstoff an den Fingern. Außerdem lassen sich durch die neue Technik jetzt auch einfacher Fingerabdrücke auf Textilien, Holz, Leder, Plastik, Klebstoffen, Papier mit rauen Oberflächen und der menschlichen Haut abbilden. Auch die Fingerabdrücke von Kindern können Kriminalisten nun leichter sichtbar machen. Das war bisher sehr schwierig, weil deren Haut weniger Talg produziert als die von Erwachsenen.
Bis heute bearbeiten Kriminalpolizisten Fingerabdrücke mit speziellen Pudern, Flüssigkeiten oder mit Dampf, um sie sichtbar zu machen. Dabei müssen sie sehr vorsichtig vorgehen, um den Abdruck nicht ganz oder teilweise zu zerstören. Auf jeden Fall aber wird er dabei chemisch verändert. Das von Worley und seinen Kollegen entwickelte Verfahren lässt ihn hingegen unverändert. Damit bleibt er für weitere forensische Untersuchungen brauchbar. Beispielsweise können daraus DNA-Proben für den so genannten genetischen Fingerabdruck gewonnen werden.
Die neue Methode hat aber auch einige Nachteile. Zum Beispiel können die Kriminalpolizisten das MXRF-Gerät nur im Labor und nicht direkt am Tatort verwenden. Außerdem könne MXRF nicht jedes Element sichtbar machen, so Worley. Vor allem leichte Elemente wie Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff seien schwierig zu detektieren, sagt er. Manche Fingerabdrücke würden ferner zu wenig Salze enthalten, um erkannt zu werden. Die neue Technik wird laut Worley herkömmliche Verfahren deshalb nicht ersetzen, sondern sie nur ergänzen. In zwei bis fünf Jahren könnte sie marktreif sein.





