Kaum hatte der österreichische Chemiker Georg Steinhauser seiner Frau Veronika 2006 das Ja-Wort gegeben und mit ihr die goldenen Ringe getauscht, trieb ihn schon der Gedanke um, wie lange die edlen Stücke wohl halten würden. Der Forscher am Atominstitut der Österreichischen Universitäten in Wien beschloss daher, den Zustand seines Rings ein Jahr lang in einer wissenschaftlichen Studie genau zu dokumentieren. Das 18-karätige Schmuckstück wog zu Beginn der Untersuchung genau 5,58387 Gramm und maß an seiner dicksten Stelle 1,77 Millimeter. Steinhauser wog nun jede Woche seinen Ring und notierte akribisch, welche Tätigkeiten er mit dem Ring am Finger ausgeübt hatte. Das Resultat: Das Gewicht des Rings nahm kontinuierlich ab. Beschleunigt wurde der Abnutzungsprozess durch Gartenarbeit und einen Urlaub am Sandstrand – aber auch das Beifallklatschen bei einem Rockkonzert und Skifahren setzten dem guten Stück erheblich zu. Am Ende des Untersuchungszeitraums war der Ring schließlich 6,15 Milligramm leichter. Hochgerechnet auf die Goldring-Träger in ganz Österreich bedeutet das einen jährlichen Schwund von rund 16,5 Kilogramm des Edelmetalls im Wert von knapp 270 000 Euro.
Steinhauser ist dennoch zuversichtlich, dass sein Ehering bis zur Goldenen Hochzeit durchhält. Denn nach seinen Berechnungen wird er sich erst im Jahr 2914 komplett aufgelöst haben.





