Biochemische Vorgänge im menschlichen Gehirn haben sich Wissenschaftler von der Universität von Sussex als Vorbild für Robotergehirne genommen. Die von derartigen Programmen gesteuerten Maschinen erledigen einige Arbeiten besser als diejenigen, die mit konventionellen Programmen ausgerüstet sind: Vor allem das visuelle Erkennungssystem der Roboter lässt sich weniger leicht durch Schatten oder andere Störeinflüsse durcheinander bringen, berichtet die BBC.
Das Forscherteam um Phil Husbands hat einen Weg gefunden, die Funktion nachzuahmen, die Stickoxid (NO) im menschlichen Gehirn erfüllt und sie für Roboter-Kontrollprogramme nutzbar zu machen. Die Computer-Fachleute konnten die außergewöhnlich kleinen Programme überdies in sehr kurzer Zeit entwickeln.
Neurophysiologen hatten erst vor relativ kurzer Zeit entdeckt, dass Stickoxid eine wichtige Rolle bei Lernprozessen und für das Gedächtnis spielt. Das Gas diffundiert durch die neuronalen Membranen und verändert dabei die Art und Weise, wie Nerven auf Signale von anderen Nerven reagieren.
Normalerweise interessieren sich Computer-Spezialisten, die künstliche neuronale Netze – also Schaltkreise, die Gehirnzellen nachahmen – nutzen, nicht für die Biochemie des menschlichen Gehirns.
Dr. Sebastian Messerschmid