Weil sie das Stakkato digitalisierter Stimmen als unkommunikativ empfanden, haben japanische Wissenschaftler eine Möglichkeit entwickelt, künstliche Stimmen natürlich klingen zu lassen. Das Team um Hideyuki Sawada von der Kagawa Universität in Takamutsu hat dazu den natürlichen Resonanzraum des Menschen von der Lunge bis zum Mund nachgebaut. Aus einem Plastiktank wird komprimierte Luft durch eine künstliche Luftröhre aus Silikon in einen Stimmapparat gepresst. Die Vorrichtung besitzt „Stimmbänder” aus Gummistreifen, die durch die Luft in Schwingungen versetzt werden. Durch Elektromotoren wird die Form der Röhre und die Spannung der Stimmbänder kontrolliert. Sawada: „Einige Vokale kann das System bereits sehr natürlich wiedergeben.” Probleme bereiten den Forschern allerdings noch Konsonanten wie „p” und „t” , bei deren Formung Zunge und Lippen notwendig sind. Doch auch diese wollen die Japaner nachbauen. Ziel ist es, die Vorrichtung in einen Roboter zu integrieren. Dessen Stimme soll dann nicht mehr blechern scheppern, sondern von einer menschlichen kaum zu unterscheiden sein.
Hans Groth





