Amerikanische Wissenschaftler haben den bislang kleinsten mobilen ferngesteuerten Roboter der Welt entwickelt. Er ist nur 0,25 Millimeter lang und 0,06 Millimeter breit. Damit ist er nicht breiter als die Dicke eines menschlichen Haars und nur halb so lang wie der Punkt am Ende eines Satzes. Da er keine Räder besitzt, bewegt er sich wie eine Raupe kriechend fort.
Der Mikroroboter sieht aus wie ein plattgedrückter Löffel, an dessen Stielende ein ebenso flaches Rechteck hängt. Da er so winzig ist, bleibt vieles, mit dem er in Berührung kommt, an ihm hängen. Daher verzichteten die Ingenieure um Bruce Donald auf Räder und klappbare Gelenke und entwickelten ein Fortbewegungssystem, das dem von Raupen gleicht: Der Roboter macht in einer Sekunde 10.000 nur wenige Nanometer große Schrittchen, woraus sich insgesamt ein Kriechen ergibt. Muss er wenden, so streckt er einen Siliziumfuß aus und dreht sich über diesen wie ein Motorradfahrer in einer scharfen Kurve. Zwei so genannte Aktoren setzen die Steuerungssignale in eine Vorwärts- oder Drehbewegung um.
Die Energie für den Antrieb und die Steuerungssignale erhält der Roboter von einem Netz aus Elektroden, auf dem er sich frei bewegen kann. Mögliche Anwendungsgebiete liegen im Prüfen und Reparieren von integrierten Schaltkreisen, wie sie auf Mikrochips zu finden sind, oder auch in der Biotechnologie, wo er auf Zellen und Geweben eingesetzt werden könnte. Donald und seine Kollegen sind davon überzeugt, dass ihrer Entwicklung eine neue Generation von noch winzigeren Mikrorobotern folgen wird.
Pressemitteilung des Dartmouth Colleges, Hanover
ddp/wissenschaft.de ? Eva Maria Marquart





