US-Forscher haben einen Roboter entwickelt, der sich am Lauf der Sonne orientiert und so genug Solarenergie für längere Einsätze speichern kann. Das Mobil namens “Hyperion” soll seine Fähigkeiten jetzt bei einem Experiment in der kanadischen Arktis unter Beweis stellen. Bewährt sich seine Technik, könnte es künftig für die Langzeiterkundung fremder Planeten und Monde in Frage kommen.
Hyperion, der von Wissenschaftlern der Carnegie Mellon University in Zusammenarbeit mit der Nasa konstruiert wurde, kann für längere Zeit autark sein. Er bewegt sich in Übereinstimmung mit der Sonne entgegen der Erdrotation fort. Dadurch kann er für seinen Solarantrieb stets ausreichend Sonne tanken. Solarbetriebene Roboter seien keine neue Erfindung, betonen die Entwickler von Hyperion. Innovativ sei aber das Konzept der “Sun-Synchronous Navigation”, den Roboter ständig mit der Sonne zu navigieren.
Die Erkundung unbekannter Planetenoberflächen durch Roboter scheitere bislang an der Verfügbarkeit von Sonnenenergie und den extremen Temperaturschwankungen. Bei ausreichend Energie und moderaten Umgebungstemperaturen könnten Expeditionen jahrelang dauern. Denkbar sei es beispielsweise, den Roboter ständig mit der Morgendämmerung zu bewegen und ihn so weder frostigen Nachttemperaturen noch glühender Tageshitze auszuliefern.
Im Juli testen die Wissenschaftler Hyperion bei 24-stündigem Tageslicht für mehrere Wochen auf Devon Island in den kanadischen Northwest Territories.
Almut Bruschke-Reimer





