Ein Roboter-Alligator soll künftig gefräßige Vögel von den Zuchtteichen amerikanischer Fischfarmer verscheuchen. Der Apparat täuscht die Anwesenheit eines echten Krokodils vor und rammt jagende Schwimmvögel oder bombardiert sie mit einer Wasserkanone.
Vögel sind eine Plage für die Fischfarmen. Insbesondere Pelikane bedienen sich gerne in den Teichen und verursachen hohe Verluste. Mit Warnschüssen versuchten die Fischzüchter bislang vergeblich die Tiere zu vertreiben. “Letzten Winter schnappten sich Pelikane fast den gesamten Fischbestand unseres Sees”, klagt auch Randy Price von der Louisiana State University. Die Verluste summierten sich auf über 30.000 Mark.
Abhilfe soll nun die Roboter-Echse bringen, die Price mit entwickelt hat: Zwei rotierende Paddel treiben den Roboter mit rund fünf Kilometer pro Stunde über die Teiche. Styropor-Flöße sorgen dafür, dass er nicht untergeht. Eine große Solarzelle auf dem Rücken des Geräts lädt sich tagsüber auf, so dass der Roboter auch nachts auf Patrouille gehen kann.
Kollisions-Sensoren registrieren, wenn er auf das gegenüberliegende Ufer stößt und leiten eine Wende ein. Da diese nie ganz exakt ausfällt, kehrt der Roboter nicht um, sondern schwimmt nach und nach das gesamte Gewässer ab. Eine Videokamera und eine Bildverarbeitungssoftware übermitteln das Geschehen an der Wasseroberfläche. Nimmt der Roboter-Alligator eine weiße Fläche wahr, steuert er darauf zu. Sobald die Vögel in seiner Bildmitte auftauchen, bombardiert er sie mit Wasser. Tierschützer gehen allerdings davon aus, dass die Vögel den Trick durchschauen und sich durch den Roboter nicht abschrecken lassen.
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Almut Bruschke-Reimer





