Die Übertragung von Internetdaten über das Stromnetz kann Probleme machen: Unter Umständen werden Straßenlaternen unversehens zu Radiosendern. Das haben jetzt Tests der britisch-kanadischen Firma NOR.WEB im englischen Manchester ergeben.
Die Spezialisten von NOR.WEB haben ein System entwickelt, mit dem sich Daten rund 200mal schneller als über herkömmliche Modems aus dem Internet laden lassen. Dazu werden Strom-leitungen genutzt, statt wie bisher üblich das Telefonnetz. Die Informationen werden einer 1-Megahertz-Trägerwelle aufgeprägt, der die für die Stromversorgung übliche Frequenz von 50 Hertz überlagert wird.
Die Tests zeigten, daß die übertragenen Daten von den Straßenlaternen als Radiowellen in die Umgebung abgestrahlt wurden. Der Grund: Die britischen Laternenpfähle haben genau die richtige Länge, um bei der Frequenz, die zur Datenübertragung verwendet wird, als Antenne zu fungieren.
Radio-Experten fürchten nun, daß die Internetnutzung via Stromnetz den Funkbetrieb in einigen Gegenden beeinträchtigen könnte.
Ralf Butscher





