Im Standby-Modus nehmen die Geräte je nach Art zwischen 1 und 6 Watt elektrische Wirkleistung auf, im Mittel höchstens 5 Watt. Der Verbrauch summiert sich also höchstens auf 3 x 5 Watt x 8760 Jahresstunden x 40 Millionen Haushalte = 5,25 Milliarden kWh. Ein 1300MW-Kernkraftwerk erzeugt jährlich rund 11 Milliarden kWh: doppelt so viel wie der Standby-Verbrauch in Deutschland ausmacht. Leider verwenden elektronisch Unkundige (mitunter auch Gutachter) handelsübliche Leistungsmessgeräte, um den Standby-Verbrauch zu messen. Da die Standby-Geräte aber einerseits einen nicht sinusförmigen Strom verursachen, dessen Grundschwingung sehr viel kleiner ist, als der Effektivwert des Stromes vermuten lässt, und andererseits nur die Grundschwingung des Stromes in Verbindung mit einer sinusförmigen Spannung zur Wirkleistung beiträgt, kommt man mit dieser Fehleinschätzung zwangsläufig zu einer Fehlbeurteilung der Wirkleistungsaufnahme. Barbara Schlomann ist dieses Wissensdefizit als Volkswissenschaftlerin kaum anzulasten, wohl aber ihrem Institut Fraunhofer-ISI, das mit dem Gewicht einer öffentlichen Forschungseinrichtung Unsinn verbreitet.
Unsere Berechnungen basieren auf einem ähnlichen Ansatz wie dem von Herrn Dr. Alt verwendeten, nur dass wir jeweils gerätespezifische Annahmen zum Gerätebestand in Deutschland sowie zur durchschnittlichen Leistungsaufnahme und Nutzungszeit in verschiedenen Betriebszuständen vorgenommen haben. Für die seinen Berechnungen wohl ausschließlich zugrunde liegenden Haushalt-Endgeräte haben wir in unserer Untersuchung einen Standby-Verbrauch von knapp 11 Milliarden kWh errechnet. Der Hauptgrund für unsere Abweichung liegt in den Bestandszahlen. Wir haben den Gerätebestand über statistisch verfügbare Daten zur Haushaltsausstattung mit elektrischen und elektronischen Geräten berechnet. Unsere Kooperation mit international renommierten Forschungseinrichtungen beinhaltet, dass selbstverständlich nur Messtechnik auf dem neuesten Stand der Technik verwendet wurde.
Heft 1/2006
Die Äußerungen von Herrn Holsboer sind für einen Mediziner und hochrangigen Wissenschaftler sehr denkwürdig. Am Anfang des Artikels sagt er: „Wie kann man von einem vor Kraft strotzenden Handwerker verlangen, dass er sich in Zukunft mit Golfspielen zufrieden gibt, nur weil er 63 Jahre alt ist.” Einen solchen Satz von einem Mediziner, Psychiater und Ästhet mit viel Berufserfahrung zu hören, ist enttäuschend. Jeder, der Leute kennt, die viele Jahre als Handwerker gearbeitet haben, weiß, dass das nicht der Realität entspricht. Mit 63 Jahren strotzen Handwerker nicht mehr vor Kraft, sondern erwarten sehnsüchtig die Rente. Bei Meistern kommt das nervenaufreibende Geldeintreiben der Rechnungen dazu. Herr Holsboer sollte eine Doktorarbeit mit dem Titel „Ursachen von Depressionen bei Handwerkern” erteilen, um zu sehen, was der Wirklichkeit entspricht. Ich befürchte, diese Doktorarbeit würde er nie lesen, da er selber sagt: „Wir sind nicht dazu da, Literatur zu lesen, sondern sie zu schreiben.”
Beim Lesen musste ich mich ständig fragen, in welcher Welt wir eigentlich leben, wenn solche Leute als Spitzenkraft, Vorbild und Zukunftsgestalter dargestellt werden. Erschreckend ist der radikale mechanistische Ansatz dieser Psychiatrie-Koryphäe. Aus Ihrem Artikel geht hervor, dass psychische Erkrankung hier als Defekt der Gene oder des biochemischen Haushalts des Gehirns betrachtet wird und entsprechend behandelt wird. Keine Frage, ein solcher Ansatz muss zum Erfolg führen. Die mächtige Wirkung von Drogen auf unser Gehirn kann von niemandem abgestritten werden. Aber ist dies das Ziel in unserer Gesellschaft: Unglückliche und Unzufriedene werden ruhig gestellt, angepasst, sediert?
Erschreckend auch, die Verquickung von Forschung und Industrie, die nicht einmal schamhaft kleingeredet oder verschwiegen wird. Die staatlich subventionierte Forschung arbeitet hier der skrupellos profitoptimierenden Pharmaindustrie direkt zu und lässt sich von ihr sponsern, beeinflussen und abschöpfen.
Eine heikle Entscheidung
Heft 11/2005
Interessant wäre es zu erfahren, wie hoch der Anstieg der zu spät erkannten Tumoren und der damit verbundene Anstieg der Mortalitätsrate in den nächsten zehn Jahren aufgrund Ihres Artikels und des Buches der Stiftung Warentest „Untersuchungen zur Früherkennung – Krebs” sein wird. Leider werden wir es nie erfahren. Lungenkrebs mit seinen Früherkennungsuntersuchungen scheint mit seinen jährlichen Neuerkrankungen von 42 253 Menschen ebenso wenig ein Thema für Sie zu sein, wie Harnblasenkrebs mit seinen 24 752 neu Erkrankten im Jahr 2000. Vielleicht ist Ihnen hier die Trefferquote der entdeckten bösartigen Tumoren und ihrer Vorstufen ja zu hoch und passt nicht ins Gesamtbild Ihres Artikels.
Wo die Bibel irrt
Titelthema Heft 12/2005
Es braucht wohl nicht der neuesten Erkenntnisse auf den Gebieten der Archäologie, um zu wissen, dass die Bibel andere als historisch und ausgrabungsmäßig nachweisbare Erkenntnisse rüberbringen will.
Archäologie der Bibel regt immer auf. Ich habe den Eindruck, die Historiker des Heiligen Landes bilden zwei Lager. Die einen vertreten die These: Die Bibel hat doch Recht, die anderen versuchen genau dies zu widerlegen. Beides sollte man vermeiden, sondern die Fakten sprechen lassen.
Der Rundum-Schlag dieses Beitrages auf bisherige Resultate der Ausgrabungen in der Region ist offensichtlich tendenziös und entspricht dem momentanen Zeitgeist.
Ich möchte dem Autor meine Anerkennung aussprechen. Der Inhalt mit den Schlussfolgerungen der Archäologie entspricht in großen Teilen meiner eigenen Meinung, die ich bereits 2002 mit einem kleinen Aufsatz zum Ausdruck brachte, aber wegen ihrer Brisanz nicht zu veröffentlichen wagte. Es wundert mich, dass bdw und Herr Zick den Mut hatten, diese neuesten Erkenntnisse der Archäologie so ungeschminkt der Öffentlichkeit zu unterbreiten.
Oktonionen und der verrückte Onkel
Heft 12/2005
Die Gleichungen ij = –ji = k, kj =–jk = i, ki = –ik = j führen zusammen mit der Beziehung i2 = j2 = k2 = ijk = –1 zu dem Widerspruch, dass sich durch Substitution von jk in der letzten Beziehung aus ijk die Gleichung i (–i) = i2 ergibt, da –jk = i, also jk = –i ist. Das Problem lässt sich durch Vertauschen der Vorzeichen in der obigen zweiten Gleichung beheben. Es muss also gelten: jk = –kj = i. Im Kasten „SO WIRD ACHT- DIMENSIONAL MULTIPLIZIERT” steht weiter der Satz „In ihr (der Zeichnung) sind jeweils drei Einheiten gerichtet (Pfeile) miteinander verbunden.” Schaut man sich die Zeichnung an, entdeckt man, dass auch mehr als drei Einheiten gerichtet miteinander verbunden sind, zum Beispiel e6 – e1 – e5 – e2 – e3. Es wäre hilfreich, hinzuzufügen: „auf jeder der 7 Linien (6 Geraden und ein Kreis)”.
Ansonsten bin ich ein begeisteter Leser Ihrer Zeitschrift.
Standby frisst Arbeit von zwei KKW
Ohne Titel
…aber leider zu spät, weil die bdw-Ausgabe 4/2006 bereits in Druck war und wir nichts mehr ändern konnten: In der Grafik „ Kriegstote seit 1946 nach Regionen” auf Seite 46 im Beitrag „Die Mär vom Weltfrieden” muss an der senkrechten Achse stehen: „In Tausend pro Jahr”. Diese Beschriftung ist uns leider abhanden gekommen. Pardon!





