US-Forscher haben einen Kunststoff entwickelt, dessen magnetische Eigenschaften sich durch Bestrahlung mit blauem Laserlicht steigern lassen. Das Material könnte sich künftig zum Bau sehr kostengünstiger und flexibler Computerspeicher eignen. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse jetzt in den “Physical Review Letters” (Volume 88, Issue 5, 4. Feb. 2001).
Für den Kunststoffmagneten kombinierten Arthur J. Epstein von der
Ohio State University und Joel S. Miller von der
University of Utah Tetracyanoethylen (TCNE) mit Mangan-Ionen. Nachdem sie das Polymer sechs Stunden mit blauem Laserlicht aufluden, stieg sein Magnetismus um das 1,5fache. Die Wirkung blieb auch im Dunkeln erhalten. Bestrahlung mit grünem Laserlicht kehrte den Effekt teilweise um: Der Magnetismus des Kunststoffs verringerte sich auf rund 60 Prozent seines normalen Niveaus. Die Forscher vermuten, dass die verschiedenen Wellenlängen des blauen und grünen Lichtes die TCNE-Moleküle veranlassen, ihre Gestalt und so ihre magnetische Wirkung zu ändern.
Plastikmagnete und Magnete, die auf Licht reagieren, sind nichts Neues in der Forschung. Erstmals konnten Epstein und sein Team jedoch bei extrem niedrigen Temperaturen beide Eigenschaften miteinander koppeln. Der Magnet funktioniert derzeit nur bis zu einer Temperatur von minus 198 Grad (75 Kelvin). Er könnte in Anwendungen zum Einsatz kommen, die mit einer Kühlung ausgerüstet sind. “Wir werden den Magneten soweit verbessern, das er eines Tages auch bei Raumtemperatur arbeitet”, sagt Epstein. “Nachdem wir bewiesen haben, dass es möglich ist, einen lichtempfindlichen Magnet aus organischem Material oder Kunststoff zu entwickeln, werden wir ihn mit Hilfe der organischen Chemie weiterentwickeln.” Damit wäre der Weg für seine kommerzielle Vermarktung frei.
Epstein und seine Kollegen hatten über ihre Entwicklung auch in der Chemie-Fachzeitschrift “Polyhedron” berichtet (Vol. 20 (11-14) (2001) 1435-1439).
Almut Bruschke-Reimer