Eine unsichtbare Markierung an Textilien soll Fälschern künftig das Handwerk legen. Der fluoreszierende Code gibt Auskunft über die Herkunft der Textilie. Damit wollen amerikanische Forscher dem in den USA weit verbreiteten Betrug mit illegalen Importen ein Ende bereiten.
Der Code soll als unsichtbares Etikett bereits auf die Rohmaterialien aufgebracht werden und enthält neben der Produktionsquelle auch Angaben über die Herstellungsart und das verwendete Rohmaterial. Die Markierung übersteht die Weiterverarbeitung der Baumwolle von Reinigen, Bleichen, Veredeln bis zum Färben unbeschadet, wie die Tests der Forscher um Glenn Allgood vom Oak Ridge National Laboratory ergaben. Sichtbar gemacht werden kann der Code mit nahem
Infrarotlicht, das gerade nicht mehr für das menschliche Auge sichtbar ist. Dazu wird ein spezieller Scanner eingesetzt.
Wie die Erfinder die Markierung am besten auf den Stoff bringen, erforschen sie derzeit noch. Abgesehen vom Einsatz in Textilien kann sich Allgood auch andere Einsatzgebiete vorstellen, in denen das Identifizieren und Rückverfolgen eines Produkts gefragt ist.
Firmen aus Mexiko, der Karibik, Afrika und Zentralamerika verwenden Rohmaterialien aus den USA und sind deshalb von bestimmten amerikanischen Importtarifen befreit. Viele Textilfirmen deklarieren ihre Baumwolle daher fälschlicherweise als “Made in USA” und umgehen so den Importzoll. Dieser illegale Import richtet jährlich einen Millionenschaden an.
Pressemitteilung des Oak Ridge National Laboratory
ddp/wissenschaft.de ? Mareile Müller-Merbach