Den trockenen Unialltag auflokkern – so lautete die Devise von Thomas Kasper vom Lehrstuhl für Statik und Dynamik der Universität Bochum, als er zu einem ungewöhnlichen Wettbewerb einlud: Studenten sollten Modellbrücken bauen, die leicht sind und dennoch eine hohe Last tragen können. Einzige Bedingung: Als Baustoffe waren nur Papier, Schnüre und Klebstoff erlaubt. 25 Meisterwerke stellten sich der Jury. „Entscheidend war das Verhältnis von Traglast und Eigengewicht”, erläutert Thomas Kasper. In einer Versuchsanlage des Instituts setzte man die Papp-Modelle so lange unter Druck, bis sie einknickten. Das Siegermodell, das mit 400 Mark prämiert wurde, hielt bei einem Eigengewicht von nur 237 Gramm einer Last von 284,5 Kilogramm stand: Das ergibt ein Verhältnis von rund 1200 zu 1. Damit wurde der bisherige Rekord von 1990 überboten: Die damalige Siegerbrücke schaffte nur einen Wert von 1011 zu 1. Auch die optischen Qualitäten wurden honoriert: Per Applaus bestimmte das Publikum, welches Modell den begehrten Sonderpreis als schönste Brükke erhält.
Thomas Kasper





