Das US-amerikanische Verteidigungsministerium will Soldaten im Gefecht künftig perfekt mit dem Hauptquartier vernetzen. Bereits im nächsten Jahr soll ein neues High-Tech-System zum Einsatz kommen, das den Austausch von Zielkoordinaten zwischen Einsatztruppen und Zentrale vereinfacht. Herzstück ist ein robuster Palmtop, der ein Fernglas mit Laser-Entfernungsmesser, ein Satellitentelefon und einen GPS-Empfänger steuert. Das JEDI (Joint Expeditionary Digital Information) getaufte System soll das Risiko für die irrtümliche Bombardierung von Zivilisten verkleinern, berichtet das Wissenschaftsmagazin “New Scientist”.
Die leichte Bedienbarkeit des Systems steht im Vordergrund, da Soldaten bei Problemen kein Help-Desk anrufen können, erklärt Entwickler Peter Batcheller von dem Technologieunternehmen Booz Allen Hamilton. Entdeckt ein Soldat ein bewegliches Ziel, so bestimmt er mit dem Fernglas dessen Position, Geschwindigkeit und Richtung. Die gemessenen Werte speichert sein Palmtop automatisch ab. Durch einfaches Drücken von Symbolen auf dem Display des Geräts identifiziert der Handheld rasch feindliche Fahrzeuge oder mobile Abschussrampen. Der Computer verschlüsselt die Information in eine kurze Textmitteilung und sendet sie in nur drei Sekunden über Satellitentelefon zum Hauptquartier oder direkt an eine Bomberstaffel. Mit herkömmlichen Methoden kann die Übermittlung von Zielkoordinaten bis zu 30 Sekunden dauern, so Batcheller. Bei beweglichen Zielen kann das bereits zu langsam sein. Auch einen Systemabsturz verkraftet der Palmtop. In nur 12 Sekunden lässt sich das mit dem Betriebssystem Windows CE ausgerüstete Gerät wieder hochfahren.
In Afghanistan und im Kosovo trafen Luftangriffe Zivilisten und verbündete Truppen, obwohl feindliche Stellungen bombardiert werden sollten. Als Grund für die fatalen Fehleinschätzungen vermutet das Pentagon die falsche Übermittlung von Zielkoordinaten oder Hörfehler beim Informationsaustausch. JEDI soll dies künftig verhindern.
Almut Bruschke-Reimer





