300 Millionen Mark Einnahmeverlust im Jahr 2001 prognostiziert die Beratungsfirma Phillips Tarifica der Deutschen Telekom im klassischen Telefonverkehr. Ursache ist die “Internet-Telefonie”. Mit einer Soundkarte, einem Mikrofon und der entsprechenden Software wird bald jeder Computer zum Billigtelefon. Der Besitzer kann weltweit jeden Rechner anwählen – vorausgesetzt, er ist ebenfalls an das Internet angeschlossen. Vorteil: Es fallen nur die Telefongebühren – meist Ortstarif – für die Einwahl in das weltweite Datennetz an. Online-Dienste wie Compuserve bieten diesen Service bereits an. Andere, zum Beispiel Germany.Net, stecken noch in der Testphase.
Als Reaktion auf die Bedrohung aus dem Netz geht die Telekom in die Offensive. Derzeit läuft bei T-online ein zweimonatiger Feldversuch zur Internet- Telefonie mit 1000 meist gewerblichen Kunden. Im Unterschied zu den bisherigen Lösungen will Europas größter Telekom- und Online-Dienst eine direkte Verbindung von Telefon zu Telefon ohne den Umweg Computer anbieten.
“Unser Vorteil ist die bessere Übertragungsqualität”, sagt Jörg Lammers von der Telekom. Die Telefonate sollen die Versuchsteilnehmer durchschnittlich 22 Pfennige pro Minute kosten. Der tatsächliche Endpreis bei einer breiten Einführung steht aber noch nicht fest. Kritiker meinen allerdings, daß sich “Webphoning” nicht durchsetzen wird. Sie bezweifeln, daß die Kapazität des Internet dem Ansturm vom Telefonverkehr gewachsen ist.
Sebastian Jutzi





