Fast eine Million Webseiten umfaßt das Internet mittlerweile, und jedes Jahr greifen 60 Millionen neue Nutzer darauf zu. Trotzdem resümiert eine US-Studie: „Das Netz schrumpft.” Je größer und unübersichtlicher das Angebot im WWW wird, um so mehr suchen Surfer bereits bekannte Seiten auf. Dort verbringen sie die meiste Zeit, während ihr Interesse für das sonstige Angebot im Netz nachläßt. US-Büger verbringen fast ein Fünftel ihrer Zeit im WWW, meldet die Firma MediaMetrix. Aber jeder fünfte der amerikanischen Surfer sucht nicht mehr als zehn Seiten auf. Die Tendenz, sich auf bestimmte Angebote zu beschränken, hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Beliebt sind vor allem die Startseiten von Yahoo, AOL, Netscape und Microsoft. Diese Angebote gehören in den USA zu den Top ten der meistbesuchten Seiten. Noch deutlicher wird die Konzentration der US-Nutzer, wenn man die Top hundred betrachtet: Auf diesen Seiten verbringen die US-Nutzer 40 Prozent ihrer Online-Zeit. Grund für die Entwicklung ist ein Reifeprozeß der Web-Nutzer, erklärt die Direktorin der Marktforscher-Firma Nua, Mary Gorman. Sie meint: Gerade weil das Internet immer größer wird, konzentrierten sich die Menschen auf bewährte Informationsquellen. Viele der Top-Seiten sind „Portals”: Gut sortierte Eingangspforten ins Netz wie die Seite von Yahoo. Außerhalb der USA geht diese Entwicklung noch schneller, meint Gorman. In Europa gilt das etwa für Großbritannien, Irland und Skandinavien, weil man dort ohne Sprachprobleme auf das riesige US-Angebot zugreifen kann. Aber auch in Deutschland steigt die Beliebtheit von Portalen – etwa die Seiten von Yahoo, T-Online oder AOL.
Andreas Wawrzinek





