Die SINTEF-Forschungslabors in Trondheim, Norwegen, haben einen Ohrhörer entwickelt, der unerwünschte, laute Umgebungsgeräusche herausfiltert. Der Träger kann aber noch gezielt Stimmen hören und verstehen. Newscientist Online berichtet diese Woche von der Entwicklung der Ingenieure um Jarle Svean.
Der “Personal Active Radio/Audio Terminal” (PARAT) Ohrhörer wurde für das norwegische Militär entwickelt. Er soll den Truppen helfen in lauten Panzern, Flugzeugen oder Artilleriestellungen miteinander zu reden. Genauso gut könnte er aber kommerziell eingesetzt werden, etwa bei Freisprechanlagen für Telefone, um den störenden Umgebungslärm herauszufiltern und trotzdem warnende Geräusche wie Autohupen und Sirenen durchzulassen.
Der PARAT-Hörer hat einen kleinen Rechner, der mit einem Programm ausgerüstet ist, das besondere Klänge, beispielsweise die menschliche Stimme, an ihren charakteristischen Wellenlängen erkennen kann. Ist die Umgebung ruhig, lässt PARAT alle Geräusche durch. “Wenn es nicht nötig ist, dass etwas herausgefiltert wird, ist das Gerät vollkommen transparent für Geräusche,” sagt Svean. “Aber wenn es plötzlich laut wird, schaltet es sich so schnell ein, dass der Lärm nicht einmal bemerkt wird.”
Die Hörer werden so dicht im Ohr angebracht, dass sie die meisten Geräusche von vorneherein blocken. Ein Mikrofon außerhalb des Ohres nimmt die Geräusche der Umgebung auf und leitet sie zu einer Schaltung weiter. Von dort werden nur die relevanten Geräusche an einen Miniaturlautsprecher im Ohrhörer weitergeleitet. Ein zusätzliches Mikrofon neben diesem Lautsprecher überwacht die Geräusche, die das Ohr erreichen.
Nicole Waschke





