Von einem marktfähigen Produkt sind die beiden Wissenschaftler freilich noch weit entfernt. Ihnen gelang es bislang lediglich, die Titandioxidbeschichtung auf Baumwollstoff aufzutragen. Dazu tauchten sie Baumwollflicken kurz in einen dünnflüssigen Brei mit Titandioxidpartikeln, erhitzen den Stoff für 15 Minuten auf 97 Grad und kochten ihn anschließend drei Stunden in kochendem Wasser.
Schmutzige Kleidung soll dank selbstreinigender Stoffe bald der Vergangenheit angehören: Eine auf Baumwolle aufgetragene Schicht winziger Partikel aus Titandioxid kann als Katalysator wirken und Schmutz auf dem Gewebe abbauen helfen. Sonnenlicht reicht aus, den Reinigungsprozess in Gang zu setzen. Über diese Entwicklung von Forschern aus Hongkong berichtet der Online-Dienst des Fachmagazins “Nature”.
Die von Walid Daoud und John Xin von der Polytechnischen Universität in Hongkong entwickelte Beschichtung besteht aus einer feinen Kristallstruktur aus Titanoxid, die unter UV-Licht Elektronen freisetzt. Diese reagieren mit dem Luftsauerstoff. Dabei entsteht aggressiver freier Sauerstoff, der organische Verschmutzungen angreift. Mit derartigen Kristallen beschichtete Stoffe weisen Schmutz und andere organische Verbindungen, Schadstoffe und sogar gefährliche Mikroorganismen ab. Da das Titanoxid nicht verbraucht wird, behält ein solcher Stoff seine Selbstreinigungskraft.
ddp/bdw ? Benjamin Eckenfels





