Strichlisten bei der Verkehrszählung könnten bald der Vergangenheit angehören. Saarbrücker Forscher haben einen Sensor entworfen, der Metallobjekte und damit auch Autos erfassen kann. Der neue Traffic-Sensor ist hochempfindlich. Er kann nicht nur Fahrzeuge zählen, sondern erfasst auch deren Geschwindigkeit und ob es sich um ein Auto oder einen Personenwagen handelt. Dabei ist der Sensor klein und robust und lässt sich beispielsweise in einem Katzenauge anbringen, das zur Markierung von Baustellen dient.
Die Lösung liegt in einem speziell entwickelten Messsystem, das auf Magnetosensoren, also auf der Messung magnetischer Felder basiert, erläutert Peter Pitzius vom Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Universität des Saarlands die Funktionsweise des neuen Verfahrens. Ändert sich ein Magnetfeld, dann ändert sich auch der elektrische Widerstand im Sensor, der durch Messungen erfasst wird.
Die gewonnenen Daten lassen sich online abrufen und weiterverarbeiten. Der Traffic-Sensor liefert so genaue Daten über die Anzahl der Fahrzeuge, ihre Geschwindigkeit und wann sie passiert haben. Auch nach Fahrzeugart – Motorrad, LKW oder Limousine – kann er unterscheiden. Die Anwendungsmöglichkeiten für die neue Technik gehen über die Verkehrszählung hinaus: “Nicht nur der Verkehrsplanung liefert der Sensor genauste Entscheidungskriterien, auch ein perfektes Verkehrsleitsystem samt Staumeldung, Parkplatzangabe bis hin zur Ampel-Signalsteuerung wird möglich”, erklärt Uwe Hartmann von der Universität Saarland.
Almut Bruschke-Reimer





