Vom Aussehen her erinnern die Geräte “Nomad” und “Spectrum” eher an einen Fahrradhelm als an einen Computermonitor oder einen Fernseher. “Nomad” ist an der Vorderseite eines Kopfstücks aus Plastik montiert. Es besteht aus einer Box, die optische, elektronische und mechanische Komponenten enthält. Diese Box hat auch ein Fenster, das vor ein Auge geschoben wird. Die Box ist mit einem Steuercomputer verbunden, der am Gürtel getragen wird.
Der Netzhautprojektor arbeitet ähnlich wie ein Fernsehgerät. In einer Fernsehröhre bewegt sich ein Elektronenstrahl über die Vorderseite der Röhre und erzeugt beim Auftreffen auf eine Leuchtstoffschicht dort das Bild. Im neu entwickelten Display strahlt ein winziger Projektor einen Laserstrahl durch die Pupille und bewegt den Lichtfleck in einem Linienraster über die Netzhaut. Das Bild wird so direkt auf den Sehnervenzellen erzeugt.
Auf den ersten Blick scheint es riskant zu sein, mit einen Laserstrahl direkt ins Auge zu leuchten. Die Geräte entsprechen jedoch amerikanischen und internationalen Sicherheitsstandards. Nach Angaben von Microvision liegt die Lichtintensität der Netzhautprojektoren fast 100 Mal niedriger als der nach den Standards höchstzulässige Wert.
Für erste Tests des Farbdisplay-Prototyps “Spectrum” dient der Firma Microvision als Partner die Cleveland Clinic Foundation. Das Krankenhaus ist besonders an klinischen Anwendungen interessiert ? so sollen Informationen über einen Patienten wie zum Beispiel Kreislaufdaten oder medizinische Bilder dem Blickfeld von Chirurgen überlagert werden.
Die ersten kommerziellen Anwendungen des wahrscheinlich 10.000 US-Dollar teuren Displays werden wohl für Nutzer aus Militär, Medizin oder Luftfahrt hergestellt werden.





