Wissenschaftler um Steve Hollock von der Firma IRISYS haben eine preisgünstige Überwachungskamera entwickelt, die zuverlässig menschliche Bewegungen registriert. Von Eigenschaften und möglichen Einsatzfeldern berichten sie auf der Institute of Physics Conference in London.
Das besondere an der Kamera ist ihr einfach aufgebauter Detektor: Er registriert ausschließlich Temperaturänderungen. So nimmt er zwar jede Bewegung wahr, überfrachtet den Datenspeicher jedoch nicht mit überflüssigen Informationen, wenn sich am Überwachungsort nichts tut. Ein Filter sorgt dafür, dass nur von Menschen stammende Wärmestrahlung zum Detektor gelangt.
Eine Anordnung der neuen Kameras soll nach Angaben der Forscher zuverlässig Personen zählen können, sei es in einer Diskothek oder in einem Supermarkt. Bisher ist dies kaum möglich: Automatische Zählungen auf der Basis von Viedeoaufnahmen scheitern häufig an den Lichtverhältnissen. Zudem wird ein Mensch mehrfach gezählt, sobald er mehr als einmal ins Bild gerät. Konventionelle Infrarotkameras versagen, wenn mehrere Menschen gleichzeitig in ihren Infrarotstrahl geraten: gezählt wird immer nur einer. Zum Zählen wirklich geeignete Infrarotkameras waren bisher dem Militär vorbehalten, denn für andere Anwendungen sind sie schlicht zu teuer.
Nach Angaben der Erfinder hat selbst die Automobilindustrie Interesse an der neuen preisgünstigen Kamera signalisiert. Die Autohersteller wollen damit Bewegungen der Autoinsassen bei Airbagtests detailliert erfassen.
Andrea Hoferichter





