Ultradünne organische Filme könnten gezielt Medikamente in den sauren Magen transportieren
Amerikanische Wissenschaftler der Universität von Illinois stellten ultradünne organische Filme her, die zu Schichtsystemen – sogenannten Multilayern – gestapelt und durch äußere Einflüsse ?aufgelöst? werden können. In die Multilayer können Fremdkörper eingebaut werden, die durch die Auflösung der Schicht freigesetzt werden. Die Wissenschaftler versprechen sich eine weite Anwendung dieser Technik unter anderem in der Medizin. Der Bericht wurde im Journal of the American Chemical Society veröffentlicht.
Steve Granick und Svetlana Sukhishvili bauten das System Schicht um Schicht aus ultradünnen Polymer-Filmen auf einem Germanium-Kristall auf. Während des Aufbaus können Fremdkörper wie z. B. Farbstoffmoleküle in die Schicht eingebaut werden.
Das Schichtsystem kann durch eine Änderung des pH-Wertes, das Anlegen eines äußeren elektrischen Feldes oder durch eine Änderung der umgebenden Salzkonzentration kontrolliert aufgelöst werden. Dabei wird die ionische Bindung, die für den Aufbau der Schicht verantwortlich ist, gebrochen und der Fremdkörper freigesetzt.
Auch wenn der Weg für eine praktische Anwendung noch weit ist, kann sich Granick eine Anwendung dieser Technik in der Medizin vorstellen. Ein Medikament, dass sich in einem solchen Schichtsystem befindet, kann gezielt dorthin transportiert werden, wo es eingesetzt werden soll: entsprechend dem pH-Wert der Umgebung landet das Medikament entweder im Magen oder auf einer Hautwunde eines Patienten.
Katja Bammel, Newswise und Journal of the American Chemical Society (Vol. 122 (39), S. 9551f.)





