Regenerative Energie-Lösungen sind Fokuswörter einer ganzen Generation. Umweltbewusste Bürger versuchen, den Abbau von Erdgas, Erdöl und anderen fossilen Brennstoffen durch den Einsatz von Wind-, Wasser- und Sonnenenergie zu minimieren und zu entgehen. Im Bereich des Stroms funktioniert das in den vergangenen Jahren in einem rasanten Tempo. Wie das Umweltbundesamt mitteilt, stieg der Anteil regenerativer Energien von 2012 bis 2017 um fast dreizehn Prozent. Das bedeutet, dass der Stromsee von Jahr zu Jahr in einem größeren Maße mit Energie aus Wind, Wasser und Sonne geflutet wird. Das führte dazu, dass am 1. Januar 2018 der komplette Bedarf an Strom aus nicht-fossilen Energieträgern abgedeckt werden konnte. Leider bezieht sich der Wandel durch erneuerbare Energien fast ausschließlich auf das Stromnetz. In den Bereichen Wärme und Verkehr stagniert der Wert seit Jahren. Der gesamte Verkehrssektor, zu dem auch der Transport auf Schienen hinzugezählt wird, wird gerade einmal zu knapp sechs Prozent durch erneuerbare Energien versorgt. Dabei wird in diesem Bereich weniger auf Strom gesetzt und stattdessen Energie aus Trägern gewonnen, die als nicht klimaschädlich gelten. Zu diesen zählen beispielsweise Bio-Ethanol.
Windkraft als Gegengewicht zum volatilen Preis fossiler Brennstoffe
Der Trend zeigt, dass der Klimawandel in vollem Gange ist, jedoch noch einen weiten Weg vor sich hat, um die Abhängigkeit von Brennstoffen, die Kohlenstoffdioxid ausstoßen, komplett zu negieren. Betrachtet man jedoch den gesamten Weg, den Wind-, Wasser- und Sonnenenergie bereits hinter sich gebracht haben, ist der aktuelle Energiewandel nur eine kleine Fußnote in der Geschichte der regenerativen Energien. Das zeigt sich im besonderen Maße, wenn die Nutzung von Windkraft in Betracht gezogen wird. Dank Windmühlen können Historiker sehr genau feststellen, wann sich die Menschheit regional das Wissen aneignete, den Wind zur Produktion einzusetzen. Besonders alte Windmühlen finden sich im asiatischen Raum, hatten jedoch unterschiedliche Einsatzzwecke. Während in China Wasserpumpen mit der Kraft des Windes angetrieben wurden, fanden sich in Tibet Gebetsmühlen. In den persischen Bereichen der Welt kamen Windmühlen zum klassischen Mahlen von Getreide zum Einsatz. Besonders interessant ist ein Blick auf den europäischen Weg der Windenergie. Um 1150 wurden Windmühlen im heutigen Europa eingesetzt, um Wasser zu schöpfen und Getreide zu verarbeiten. Die Windmühlen hatten jedoch eine frappierende Ähnlichkeit zu heutigen Windkraftanlagen. Die horizontale Drehachse der Mühlenblätter findet sich bis heute in Generatoren wieder, die zur Erzeugung von Strom durch Windkraft eingesetzt werden.
Nach der Industriellen Revolution begann elektrischer Strom in den Häusern Einzug zu halten. Dabei wurden zunächst dezentrale Gleichstromgeneratoren eingesetzt, die besonders kostspielig waren. Um die Abhängigkeit des kostenintensiven Stroms etwas zu mindern, sollten Windmühlen vom Produktionsbetrieb auf Dynamobetrieb umgerüstet werden. Die Abhängigkeit änderte sich erst zum Ende des Stromkriegs, den Nikola Teslas Patente veränderten. Und obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika die Elektrifizierung vorantrieben, waren es die Dänen, die die Windkraft als erste Nation flächendeckend einsetzen. Poul La Cour entwickelte im Windkanal erstmals Rotorblätter, bei denen sich die Spitzen schneller als der eintretende Wind bewegten. Die Erfolge auf dem flachen Land waren so groß, dass bereits 1908 sechs Dutzend Windkrafträder in Dänemark installiert wurden. Dennoch blieb die Erzeugung von Energie aus der Kraft des Windes eher bedeutungslos. Schuld daran waren die niedrigen Preise für fossile Brennstoffe, die in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg ausgerufen wurden.





