Und nicht zuletzt im Ranking der beliebtesten Modellorganismen: die Hausmaus, die stellvertretend für alle Säugetiere steht – und damit auch für den Menschen. Denn beim Bauplan der Säugetiere hat die Natur keine großen Experimente angestellt: Sie spielt zwar mit Größe und Proportionen, der grundlegende Aufbau ist aber praktisch gleich. Dass die Wahl der Wissenschaftler auf Mäuse gefallen ist, liegt vor allem daran, dass diese klein sind, sehr schnell große Familien gründen – und praktisch überall vorkommen. Mittlerweile kennt man das gesamte etwa 2800 Millionen Basenpaare umfassende Genom von M. musculus. Und es gibt eine ganze Reihe gentechnisch veränderter Mauslinien, die sich besonders gut für die Untersuchung bestimmter Fragestellungen eignen – etwa, weil die Tiere sehr ängstlich sind oder zu bestimmten Krankheiten neigen. Allerdings kommen immer mehr Zweifel daran auf, dass sich Mäuse wirklich gut als Modell für den menschlichen Körper eignen. Entzündungen scheinen bei ihnen zum Beispiel völlig anders abzulaufen als bei uns. Für etliche Krankheiten könnte also gelten, was ein Alzheimerforscher einmal so formulierte: „Mäuse lügen!” Dennoch sollen ihre Verdienste hier nicht geschmälert werden: Ohne M. musculus hätte man vermutlich für viele Krankheiten noch immer keine wirksamen Medikamente.





