Zwei Unternehmen testen die neue Methode derzeit bei der Produktion verschiedener Ziegelarten mit unterschiedlichen Tonsorten. Sollten die Maiskügelchen ihre Praxistauglichkeit als Porosierungsmittel unter Beweis stellen, könnten Ziegeleien künftig auf den Einbau teurer Benzolfilter verzichten, da keine schädlichen Emissionen mehr anfallen. Um den Bedarf sämtlicher Ziegeleien zu decken, müssten rund 50.000 Hektar Mais angebaut werden.
Ziegel mit kleinen Luftporen dämmen besser. Der Tonmasse werden daher häufig Polystyrolkügelchen beigemischt. Sie verdampfen während des Brennens, setzten dabei aber umweltschädliches Benzol frei. Forscher vom Institut für Kunststofftechnik der Universität Paderborn entwickelten jetzt gemeinsam mit einem Industriepartner eine ökologische und billigere Alternative: als Porosierungsmittel setzen sie Maisschrot ein.
Durch die Aufschäumung in einem Spezialextruder entstehen aus Maisgrieß und Maisschrot ein bis anderthalb Millimeter große Kügelchen. Damit gebrannte Ziegel erfüllten bisher alle Qualitätsansprüche und wiesen besonders glatte Oberflächen und ein größeres Porenvolumen auf, berichtet die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), die das neue Verfahren in der Ziegelherstellung etablieren will.
Almut Bruschke-Reimer





