von HARTMUT NETZ
Dass man mit Hopfen Bier braut, hat Tradition. Dass die krautige Kletterpflanze auch als Baustoff taugt, ist neu. Die zunächst als Scherz gemeinte Idee kam zwei Münchner Studenten beim gemeinsamen Bier im Wohnheim. Das Gespräch drehte sich um regionale Produktion und pflanzliche Werkstoffe: ein Thema, bei dem im Bierland Bayern der Gedanke an Hopfen natürlich nahe liegt. Aus dem Scherz wurde Hopfon, ein Startup der Technischen Universität München, das noch 2024 als erstes Hopfenprodukt Akustik-Dämmplatten auf den Markt bringen will. Dass sich Hopfen als Baumaterial eignet, liegt vor allem an seiner faserigen Struktur und der sich daraus ergebenden hohen Zugfestigkeit. Hinzu kommt der holzige Kern der Pflanze – die sogenannte Schäbe, die aus Hopfen gefertigten Materialien ausreichend Druckstabilität gibt. Die dämmenden Eigenschaften sind ähnlich gut wie die von Hanf, einem nahen biologischen Verwandten. Das macht Hopfen interessant für die Herstellung von Baupaneelen unterschiedlicher Einsatzbereiche. Denkbar sind neben Schallisolierung etwa Wärmedämmung oder Leichtbauwände für den Innenausbau.





