Mit der „Aurora Borealis” will Deutschland in ein paar Jahren ein neues großes Forschungsschiff in die arktischen Gewässer schicken. Es wird eine bislang weltweit einzigartige technische Ausstattung für wissenschaftliche Untersuchungen an Bord haben. Das voraussichtlich 178 Meter lange und 40 Meter breite Schiff wird von Forschern am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Meeres- und Polarforschung sowie vom Fachbereich Schiffbau der Hochschule Bremen entwickelt. Es soll einer 120 Mann starken Besatzung Platz bieten.
Mit der Aurora Borealis – einer Kombination aus Eisbrecher, Bohrschiff und Mehrzweck-Forschungsschiff – wollen deutsche Wissenschaftler vor allem das Nordpolarmeer befahren, wo sie beispielsweise den Verlauf von Meeresströmungen sowie das Ökosystem der eisigen Gewässer unter die Lupe nehmen werden. Als erstes derartiges Forschungsschiff wird die Aurora Borealis auch im Winter im zentralen Nordpolarmeer arbeiten können. Die üppige Ausstattung des Schiffs ermöglicht es außerdem, den bislang noch größtenteils unerforschten Grund der arktischen Tiefsee zu erkunden. Die Aurora Borealis wird mehrere Labors sowie eine neuartige Tiefseebohranlage besitzen, deren Bohrmeißel sich durch eine Öffnung im Schiffsrumpf – ein „Moonpool” – ins Wasser senken lässt. Eine Besonderheit dabei: Das extrem starke und robuste Bohrgerät wird selbst durch eine mehrere Meter dicke Eisdecke nicht behindert. Die Forscher können mit ihm in bis zu 4000 Meter Meerestiefe agieren und rund 1000 Meter tief ins Sedimentgestein am Grund des Ozeans vordringen. Durch ein weiteres Moonpool lassen sich Unterwasserroboter ins Meer setzen, um dort Messdaten zu sammeln.
Das Bundesforschungsministerium hat im März die ersten Fördergelder für die Entwicklung des Forschungsschiffs bereitgestellt. Sein Bau wird voraussichtlich rund 350 Millionen Euro, der Betrieb 7,5 Millionen Euro pro Jahr kosten. Wann die Aurora Borealis ihre Jungfernfahrt antreten wird, steht noch nicht fest.





