Menschen, die durch schwerste Hirnverletzungen in ihrem Inneren gefangen sind, können dennoch mit der Außenwelt in Kontakt treten. Ermöglicht wird dies durch ein System, das ursprünglich für das Militär entwickelt wurde, um Jet-Piloten die Steuerung ihrer Fluginstrumente mittels kleinster Bewegungen der Augen und der Gesichtmuskeln zu erleichtern. Wissenschaftler der University of Sunderland haben eine entsprechende Studie vorgestellt.
Cyberlink übersetzt feinste Muskelaktivität in Cursor-Bewegungen auf dem Bildschirm. Ein Zusammenbeißen der Kiefer, ein Runzeln der Augenbrauen, sogar eine Berührung des Gaumens mit der Zunge ruft elektrische Impulse hervor. Diese sind als elektromyographische Wellen messbar. Auf ähnliche Weise entstehen so genannte elektrooculographische Wellen, wenn die Augen bewegt werden, elektroencephalographische Wellen bei Gehirntätigkeit. Cyberlink erfasst diese Daten über Sensoren in einem Stirnband, das dem Patienten um den Kopf gelegt wird. Ein kleiner Draht überträgt die Signale in eine modem-große Box, wo sie digitalisiert und erweitert werden. Über einen zweiten Draht wandern die verarbeiteten Signale schließlich in den Computer.
Ein spezieller Maus-Treiber, CAT (Cyberlink Actuated Tracker), ermöglicht es, damit jede Windows-Software zu bedienen: Wandern etwa die Augen nach rechts, folgt der Cursor dieser Bewehung auf dem Bildschirm. “Klicken” die Patienten dann, erhält CAT die Information, dass die Bewegung beendet ist. Mit einem zweiten Klick wird die nächste Cursor-Bewegung gestartet. Die Klicks erfolgen durch ein leichtes Heben der Augenbraue, einmal für einen einzelnen Click, zwei für einen Doppelklick und drei, um einen Buchstaben oder einen Begriff auszuwählen.
Insgesamt haben die Forscher bisher 45 Patienten in das Programm einbezogen. Vier waren beinahe vollständig von der Außenwelt abgeschnitten, zeigen jedoch erste Fortschritte. Ein Patient, mit massiven Hirnverletzungen aus dem Koma erwacht, ist bereits in der Lage, mit seiner Familie zu kommunizieren.
pte