Ralph Lorenz von der Universität von Arizona in Tuscon und sein Team könnten nun eine Erklärung dafür gefunden haben: Sie entdeckten an den Enden einiger der potenziellen Flussläufe dreieckige Abhänge, die mit kleinen Steinen übersät sind. Ähnliche Formationen kennen Geologen auch von Flussläufen in irdischen Wüsten, die den größten Teil des Jahres trocken liegen und nur hin und wieder von großen Wassermassen durchflutet werden. Die Ähnlichkeit deute daraufhin, dass sich auch die Niederschlagsmuster gleichen, schließen die Forscher. Möglicherweise wechseln sich demnach auch auf dem Titan lange Trockenperioden mit heftigen Sturzfluten aus Methanregen ab, die dann die Kanäle überfluten und nach kurzer Zeit bereits wieder verschwinden.
Gestützt wird diese These auch durch die gewundene Form und die wenigen Verzweigungen der Flussläufe. Solche Merkmale seien ebenfalls typisch für Wüstenflussläufe, die durch kurze, heftige Regenfälle entstanden sind, so die Wissenschaftler. Außerdem glauben die Cassini-Forscher, beim Beobachten von Wolkenformationen erstmals direkte Hinweise auf Regen entdeckt zu haben: Nachdem sich die Wolken mit rasanter Geschwindigkeit auf eine Höhe von 44 Kilometern aufgebaut hatten, sank der Wolkengipfel relativ plötzlich innerhalb von 30 Minuten um etwa 10 Kilometer ? ein Phänomen, für das nach Ansicht der Forscher nur Regen verantwortlich sein kann.
New Scientist, Online-Dienst




