In 44.100 Jahre alten Sedimenten fanden sie sogar Biomarker von Methanbakterien, die nur in sauerstofffreier Umgebung leben können. Erst nach einer zehn Jahre dauernden Periode, in der Bedingungen wie heute im Schwarzen Meer herrschten, normalisierte sich der Sauerstoffgehalt wieder. Hinrichs und seine Kollegen schließen aus ihren Daten, dass es im Santa-Barbara-Becken vor der Küste Kaliforniens mehrfach zu heftigen Methanausbrüchen kam. Wahrscheinlich waren gewaltige Unterwasserrutsche die Ursache, bei denen sich die im Meeresboden lagernde, eisförmige Verbindung Methanhydrat auflöste.
Ob das dabei freigesetzte Treibhausgas Methan bis zur Atmosphäre vordringen konnte und für die kurzen Tauperioden innerhalb der Eiszeit mit verantwortlich war, lässt sich aus den Daten nicht ablesen. “Die Frage, wie viel Methan während der Emissionsereignisse in die Atmosphäre entwichen ist, steht auf einem ganz anderen Blatt?, stellt Kai-Uwe Hinrichs fest. “Dennoch verdeutlichen die Ergebnisse, wie drastisch Ozeanrandgebiete auf relativ geringe Umweltveränderungen reagieren können?, sagt der kürzlich aus Woods Hole an das Bremer Forschungszentrum Ozeanränder berufene Wissenschaftler.




