Der stetige Zerfall von radioaktiven Elementen liefert Geowissenschaftlern eine wichtige “Uhr” für die Abläufe während der Erdentstehung. Neben der Zerfallsreihe Samarium-Neodym spielt dabei vor allem das Isotop Lutetium -176 und sein Übergang zu Hafnium -176 eine entscheidende Rolle. Mit einer Halbwertszeit von rund 37.000 Millionen Jahren liefert das System Lutetium-Hafnium verlässliche Zeitdaten aus der Erdgeschichte vor vier bis viereinhalb Milliarden Jahren. Durch dieses neue Ergebnis verflüchtigt sich ein Widerspruch für die Datierung der ersten Erdkruste, da die Systeme Samarium-Neodym und Lutetium-Hafnium nun auf den gleichen Zeitbereich vor rund 4,3 bis 4,4 Milliarden Jahre hinweisen.
Die heutige Erdkruste entstand allerdings erst deutlich später mit dem Einsetzen der plattentektonischen Kreisläufe vor drei bis vier Milliarden Jahren. So ist von der ursprünglichen ersten Kruste zwar nichts mehr übrig, aber die Gehalte an Hafnium und Lutetium in Zirkon-Mineralien eröffnen den Geologen noch heute einen Blick auf die Jahrmillionen unmittelbar nach der Planetenentstehung durch Aggregation. “Mit dieser Erkenntnis können wir auf weitere aufregende Ergebnisse über die früheste Erdkruste hoffen”, beurteilt Stein B. Jacobsen von der Harvard University in Cambridge die dänischen Experimente.




