Metallic-Pulverlacke werden bei der Autolackierung immer beliebter. Ihre Verarbeitung war aber bisher mit einem Nachteil verbunden: die beiden Bestandteile des Metallic-Pulverlacks hafteten nicht gleich gut auf den zu beschichtenden Oberflächen, sodass sich ihr Mischungsverhältnis bei der Verarbeitung mit der Zeit veränderte. Die Ingenieure Markus Cudazzo und Joachim Domnick vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich das Mischverhältnis automatisch kontrollieren und konstant halten läßt.
Die Pulverbeschichtung beruht, vereinfacht ausgedrückt, auf dem Prinzip, dass sich elektrisch entgegengesetzt geladene Teile anziehen. Das Pulver wird durch Reibung elektrisch aufgeladen. Beim Versprühen des Pulvers reagieren die aufgeladene Teilchen ähnlich wie ein Magnet, sie lagern sich flach auf dem Werkstück ab und bilden eine glatte Oberfläche. Beim anschließenden Erhitzen, schmilzt die Pulverschicht auf.
Voraussetzung für das neue IPA-Verfahren ist, dass sich die beiden Bestandteile der Mischung deutlich in ihrer Aufladbarkeit unterscheiden. Dies ist beispielsweise bei Gemengen aus Kunststoff- und anorganischen Pulvern der Fall. Anhand der reibungselektrischen Aufladung des Pulvergemisches wird dessen aktuelle Zusammensetzung ermittelt. Entsprechend der gemessenen Aufladung regelt das neue System dann die Sprühparameter und sorgt dadurch ständig für ein gleichbleibendes Mischungsverhältnis.
Almut Bruschke-Reimer





