Ein neues Computersystem des Massachusetts Institute of Technology (MIT) erkennt Vorlieben und Absichten eines Internet-Nutzers an der Art, wie er seine Computermaus bewegt.
An den Mausbewegungen lässt sich zum Beispiel feststellen, ob ein Internetnutzer eine Seite liest oder nicht, berichtete Ted Selker vom MIT im britischen Radiosender BBC. Entscheidet sich der Nutzer, die Seite zu lesen, bewegt er den Mauszeiger in der Regel nach rechts, damit er beim Studieren des Textes nicht stört. Oder er scrollt mit der Maus langsam nach unten, um die Sätze Stück für Stück zu erfassen. An der Handhabung der Computermaus können die Forscher auch erkennen, ob ein Nutzer einen Link anklicken wollte, im letzten Moment aber seine Meinung änderte.
In einem Experiment hatten die Forscher 17 Personen dazu aufgefordert, eine CD oder DVD via Internet zu ordern. Bei CDs, die als zweitbeste Wahl angesehen wurden, verharrten die Testteilnehmer am längsten auf dem Bestell-Link ohne ihn anzuklicken. Anschließend bewegten sie die Maus direkt zur CD ihrer Wahl.
Online-Anbietern, die ihre Webseiten optimieren wollen, kann das neue System namens “Cheese” viele Vorteile bieten, so Selker: Sollte es gelingen, die Mausbewegungen eines Nutzers in Echtzeit zu analysieren, könnten Inhalt und Navigation einer Webseite an seine persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Das System erkennt beispielsweise, dass ein Nutzer auf den Webseiten eines Reisebüros surft, aber mit seiner Maus noch nicht auf das Symbol für die Buchung klickt. Sofort könnten zusätzliche, auf den Internetsurfer zugeschnittene Informationen auf den Seiten erscheinen und ihm weitere Entscheidungshilfen liefern.
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Almut Bruschke-Reimer





