Bislang war aber unklar, ob ultraleuchtkräftige Infrarotgalaxien tatsächlich durch eine kosmische Karambolage entstehen ? und wenn ja, wie viele Partner daran typischerweise beteiligt sind. Da es ähnliche Infrarotgalaxien auch kurz nach der Entstehung des Universums gab und sie Vorläufer der rätselhaften Quasare zu sein scheinen, wollten die Forscher um Taniguchi nun die hellste Infrarotgalaxie in der näheren Umgebung genauer untersuchen.
Sie nahmen sich daher Arp 220 vor, die nur 250 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Die Forscher beobachteten die Galaxie mit dem Subaru-Teleskop in Japan und mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii. Dabei konzentrierten sie sich auf bestimmte Linien im infraroten Spektrum, die auf die Anwesenheit von angeregtem Wasserstoff hindeuten. Dank dieser Linien konnten sie drei Regionen identifizieren, die die Starburst-Phase bereits hinter sich haben: Die massereichsten der dort geborenen Sterne sind bereits verglüht.
Aus ihren Beobachtungen konnten die Forscher auch die Geschichte der Massenkarambolage ableiten. Demnach stießen die vier Ursprungsgalaxien möglicherweise bereits vor einer Milliarde Jahren zusammen und bildeten zwei Starburst-Galaxien. Nachdem das Feuerwerk von Sternengeburten abgeklungen war, stießen auch diese beiden zusammen. Dabei kam es vor etwa 20 Millionen Jahren zu einer erneuten Phase von Sternengeburten. Heute werden vor allem im Zentrum von Arp 220, das noch aus den zwei getrennten Kernen der beiden ursprünglichen Galaxien besteht, viele neue Sterne geboren.





