Perseverance und der neue Rekord
Der neue Rekordhalter auf dem Mars ist nun jedoch Perseverance. Dieser im Februar 2021 im Jezero-Krater gelandete Marsrover ist ähnlich wie sein Vorgänger Curiosity ein „rollendes Marslabor“: Perseverance besitzt neben mehreren Kameras einen Laser und zwei Spektrometer, mit denen er erhitzte Gesteinsproben analysieren kann. Außerdem hat Perseverance Probenbehälter an Bord, in denen er im Laufe seiner Fahrten 29 Gesteins- und Staubproben für eine spätere Rückholmission gesammelt hat.
Am 11. Oktober 2026 - dem 2006. Marstag seiner Mission - hat Perseverance die Wegmarke von 45,22 gefahrenen Kilometern erreicht. Damit hat auch er inzwischen mehr als einen Marathon auf dem Mars absolviert und übertrifft die Rekordstrecke von Opportunity. Perseverance benötigte für seine Rekordstrecke zudem nur fünfeinhalb Jahre, Opportunity brauchte für die gleiche Strecke noch fast 15 Jahre.
„Der ursprüngliche Missionsplan von Perseverance umfasste nicht mehr als knapp 20 Kilometer Fahrstrecke. Diesen Wert haben wir längst weit übertroffen“, sagt Steven Lee, Rover-Projektmanager vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. „Weil alle Systeme noch volleinsatzfähig sind und Tests für eine erweiterte Missionsdauer positiv ausfielen, erwarten wir, dass Perseverance noch viele Jahre weiter fahren wird.“
Schneller unterwegs dank autonomer Navigation
Neu am Marsrover Perseverance ist seine weitreichende Fähigkeit zur autonomen Navigation: Das Bodenteam setzt ihm zwar Wegmarken, aber der Rover steuert diese selbstständig an. Möglich wird dies durch sein autonomes Navigationssystem, das mithilfe der Kameras das Terrain sondiert, 3D-Karten seiner Umgebung erstellt und dann einen möglichst sicheren Kurs zwischen Hindernissen hindurch wählt. Diese autonome Fahrweise erlaubt es dem Rover, deutlich schneller zu fahren als seine Vorgänger.
„Perseverance hat diesen Rekord aufgestellt, weil er seine Entscheidungen zur Routenwahl eigenständig treffen kann“, erklärt Mark Maimone vom JPL. Weil der Marsrover lernfähig ist, verbessern sich seine Navigation und Fahrweise zudem mit jedem Tag. „Perseverance ist heute ein besserer Fahrer als kurz nach seiner Landung – und wir sind noch lange nicht am Ende“, sagt Maimone. „Unsere neueste Software bringt Perseverance bei, weniger zu lenken und mehr zu rollen sowie während der Fahrt die eigene Position anhand von Karten aus dem Orbit zu überprüfen.“

Vergleich der von verschiedenen Rovern auf Mond und Mars zurückgelegten Strecken. — © NASA/JPL-Caltech
Biosignatur und neue Ziele
Doch der neue Streckenrekord ist für Perseverance nur ein Nebenprodukt seiner eigentlichen Mission. Seine Aufgabe ist es, auf dem Mars nach Spuren vergangenen Lebens zu suchen. Dafür hat er bereits verschiedene Gesteinsformationen in dem einst von Flüssen durchströmten Jezero-Krater untersucht. 2025 detektierte der Rover auf der Oberfläche eines rund einen Meter großen Felsbrockens – Cheyava Falls getauft – erstmals eine potenzielle Biosignatur. Sie besteht aus eisenhaltigen Sulfiden und Phosphaten, die unter Beihilfe von lebenden Mikroorganismen entstanden sein könnten.
Noch ist nicht endgültig geklärt, ob es sich bei den Flecken auf dem „Cheyava Falls“-Felsen wirklich um Spuren vergangenen mikrobiellen Lebens auf dem Mars handelt – das könnte nur eine Analyse dieser Funde in einem irdischen Labor klären. Inzwischen ist Perseverance bereits unterwegs zu einem neuen vielversprechenden Ziel am westlichen Kraterrand von Jezero. Dort vermuten Geologen besonders alte Gesteinsformationen und die Relikte eines hydrothermalen Systems. Noch bis mindestens Ende 2028 wird der Marsrover dieses Gebiet erkunden.
Quelle: NASA





