Das weltweit erste Verfahren, Gegenstände in Live-Videos in Echtzeit verschwinden zu lassen, haben Forscher der Technischen Universität Ilmenau um Wolfgang Broll entwickelt: die Diminished-Reality-Technology. Dabei wird zunächst das zu entfernende Objekt erkannt und ausgeschnitten. Dieses Loch füllt eine spezielle Software dann mit Informationen aus, die sie dem restlichen Bild entnimmt. So wird ein neuer Hintergrund geschaffen, den der Betrachter als real wahrnimmt. Beide Schritte dauern mit einem entsprechend schnellen Computer nur wenige Millisekunden. Daher funktioniert das System nicht nur bei statischen Bildern, sondern auch bei Live-Filmen.
Die Einsatzgebiete der neuen Technologie sieht Broll vor allem in der Industrie – zum Beispiel bei Umbauten von Lagerhallen oder Fließbändern vor Ort. „Wir können jetzt erstmals gezielt visuelle Eindrücke reduzieren”, erklärt der Wissenschaftler, „und uns auf die wichtigen Dinge konzentrieren.” Allerdings warnt Broll vor dem Missbrauch der Diminished-Reality-Technology. Denn natürlich ermögliche es das Verfahren auch, Live-Sendungen im Fernsehen zu manipulieren und so missliebige Dinge herauszuschneiden und verschwinden zu lassen.





