Gibt es zu wenige Frauen, können diese in die obere Schicht der Gesellschaft einheiraten. Den ledigen Männern aus niederen Schichten hingegen fehlt diese Möglichkeit. Sie werden an der Rand der Gesellschaft gedrängt und können ihre Sexualität nur sehr beschränkt ausleben. Diese Situation kann nach Ansicht von Hesketh und Xing zu vermehrtem asozialen Verhalten und Gewalt führen und letztlich die Stabilität und Sicherheit der ganzen Gesellschaft gefährden. Die Mehrheit der Gewaltverbrechen wird ohnehin von jungen, ledigen Männern der unteren Gesellschaftsschicht begangen, zeigen Statistiken. Das Potenzial zur organisierten Aggression steige zudem stark an, wenn solche Junggesellen zusammenkommen.
Ganz schwarz sehen die Forscher dennoch nicht: Gibt es weniger Frauen, steigt auch ihr sozialer Status. Mehr Paare werden sich daraufhin für eine Tochter entscheiden, was zu einem ausgeglicheneren Geschlechterverhältnis führen kann. Damit es jedoch soweit kommt, müssen laut Hesketh und Xing die Gleichberechtigung der Frau und das öffentliche Bewusstsein für die Gefahren eines Geschlechterungleichgewichts gestärkt werden. Erste Erfolgsmeldungen gibt es bereits aus China: So bevorzugen 37 Prozent der Chinesinnen kein Geschlecht, und für 45 Prozent besteht eine ideale Familie aus einem Jungen und einem Mädchen.




