Wer sich ein Möbiusband genau anschaut, dem kann schwindelig werden. Denn das in sich verdrehte Band hat weder Innen- noch Außenseite. Es lässt sich ganz einfach herstellen, indem man einen Papierstreifen an beiden Enden zusammenklebt – und diese zuvor um 180 Grad verdreht. In der Natur ist die Struktur, die die beiden deutschen Mathematiker Johann Benedict Listing und August Ferdinand Möbius 1858 entdeckt haben, kaum zu finden. Lediglich ein Protein ist bekannt, das so geformt ist. Nun ist es Forschern am Erlanger Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und an der Universität Erlangen-Nürnberg gelungen, einen Lichtstrahl zu einem Möbiusband zu winden. Dazu nutzten sie zirkular polarisiertes Laserlicht, das sie durch eine Linse aus einem Flüssigkristall schickten. Sie spalteten das Licht in zwei Teilstrahlen mit gegenläufiger Polarisation auf. Fokussiert auf ein Goldkügelchen, formten diese schließlich die verschlungene Struktur.





