Doch bräuchten die Fahrzeuge eine höhere Netzspannung.
Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) in Braunschweig haben ein Verfahren zur Erzeugung durchsichtiger und leitfähiger Oxidschichten entwickelt. Die Herstellung der Schicht beruht auf einer Kombination des sogenannten “Sputtern” mit einer chemischen Reaktion.
Beim Sputtern (“Zerstäuben”) wird die Beschichtung einer Platte einem starken Beschuß von Ionen ausgesetzt, um Teilchen aus der Oberfläche herauszuschlagen, die sich dann auf einem in unmittelbarer Umgebung befindlichen Substrat in einer dünnen Schicht niederschlagen.
Zur Herstellung der Oxidschicht ließen die Braunschweiger Wissenschaftler beschleunigte Edelgas-Ionen Atome aus einer Zink-Aluminium-Platte herausschießen. Die Metallatome lagerten sich im Vakuum auf einem dort plazierten Glassubstrat ab.
Damit die Schicht leitfähig und durchsichtig wird, muß das Zink oxidieren. Die Aluminium-Atome verbinden sich dabei mit den Zinkatomen und bilden die Oxidschicht.
Nach Aussage der Forscher läuft das neue Verfahren sehr stabil und die Schichten lassen sich rasch und kostengünstig aufbringen. In einer für die industriellen Einsatz geeigneten Sputteranlage beschichten sie derzeit Glassubstrate in Abmessungen von 1000 x 600 mm.
Einsetzen lassen sich die neu entwickelten Schichten beispielsweise als heizbare Fensterscheiben in Fahrzeugen. Voraussetzung ist nach Aussage der IST-Wissenschaftler, dass die für die nächsten Jahre geplante Umstellung der Netzspannung in Autos von bisher zwölf auf 24 oder 42 Volt tatsächlich durchgeführt wird. Die Schichten wären auch bei niedrigerer Spannung funktionsfähig, Herstellung wäre jedoch deutlich teurer.
Almut Bruschke-Reimer





