von RALF BUTSCHER
Wenn es drauf ankommt, setzen Ärzte häufig auf eine MRT. Denn die Magnetresonanztomografie bietet deutliche Vorteile gegenüber anderen Verfahren für den Blick in den menschlichen Körper. Anders als etwa die Ergebnisse einer Computertomografie (CT) liefern MRT-Aufnahmen zugleich Informationen über Gestalt, Struktur und Funktion des betrachteten Körpergewebes.
„Von allen bildgebenden Verfahren hat die MRT die höchste Weichteil-Auflösung“, erläutert Michael Uder, Direktor des Radiologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen. „Ob Bandstrukturen im Knie, am Meniskus, im Leber- oder Hirngewebe, das alles ist besser und genauer zu sehen als in einem CT.“ Und: „Eine solche Untersuchung hat, soweit wir das heute wissen, keinerlei negative Auswirkungen auf den Körper. Denn anders als die Computertomografie basiert die Magnetresonanztomografie nicht auf Röntgenstrahlung, sondern auf Magnetfeldern.
Deshalb hat sich die Magnetresonanztomografie, für deren Entwicklung 2003 der Medizinnobelpreis vergeben wurde, inzwischen zu einem der wichtigsten medizinischen Untersuchungsverfahren entwickelt. In Deutschland lag die Zahl der Anwendungen 2021 laut Radiologienetz bei rund 13 Millionen. Die Resultate von MRT-Untersuchungen schaffen die Grundlage für verlässliche Diagnosen vieler Erkrankungen oder innerer Verletzungen, zum Beispiel Entzündungen von Knochen oder Körpergewebe.
Tonnenschwer und teuer
Allerdings: Auch rund vier Jahrzehnte nach ihrer Einführung in der medizinischen Diagnostik ist ein Einsatz der MRT in Kliniken oder Arztpraxen noch längst nicht überall möglich. Denn die dafür notwendige technische Ausrüstung benötigt viel Platz, ist außerordentlich schwer – ein heute im klinischen Alltag üblicher MRT-Scanner mit drei Tesla Magnetfeldstärke wiegt rund sieben Tonnen – und überdies sehr teuer.
So müssen die Ärzte in vielen ärmeren Ländern bisher auf diese Möglichkeit der medizinischen Untersuchung ihrer Patienten verzichten. Doch auch in Deutschland lassen sich die hohen Anforderungen an die Infrastruktur – etwa die Tragfähigkeit von Zwischendecken in Klinik- oder Praxisgebäuden – mancherorts nicht erfüllen.
Um diese Hürden zu überwinden, haben Forscher und Ingenieure des Unternehmens Siemens Healthineers in Kooperation mit Medizinern um Michael Uder an der Uniklinik Erlangen eine neuartige Plattform für die Magnetresonanztomografie entwickelt, bei der sie die Ausmaße und das Gewicht gegenüber herkömmlichen MRT-Geräten deutlich reduzieren konnten – und das bei einer vergleichbar hohen Auflösung. Der Kniff dabei liegt in der Stärke des verwendeten Magnetfelds, bei dem prinzipiell gilt: Je stärker das Feld, desto detailreichere Aufnahmen lassen sich per MRT erstellen. So arbeiten die meisten modernen Geräte in Krankenhäusern und Arztpraxen mit Feldstärken von 1,5 bis 3 Tesla. An einigen Unikliniken sowie in der Forschung sind sogar MRT-Scanner mit 7 bis 9 Tesla Stärke im Einsatz. Allein die Spulen für die dazu nötigen Magnete haben ein enormes Gewicht.





