Zeitbomben? Eine Änderung der Stabilitätsbedingungen, verursacht durch den Menschen oder natürliche, z.B. plattentektonische Prozesse, kann große Mengen Methan freisetzen. Als Treibhausgas wirkt es fast dreißigmal stärker als Kohlendioxid. Das Ausmaß eines Methanausbruchs wird deutlich, wenn man bedenkt, dass ein Kubikmeter Methaneis bis zu 164 Kubikmeter Gas enthalten kann. In der Vergangenheit ist es häufiger zur Explosion des freien Methan gekommen: Der amerikanische Ozeanograph James Kennett hat selbst die starken Temperaturanstiege zum Ende der letzten Eiszeit mit einer plötzlichen Freisetzung von Methan aus Hydratvorkommen in Verbindung gebracht.
Neue Theorien zeichnen ein durch Methangas verursachtes flammendes Inferno sogar für das Aussterben der Dinosaurier mitverantwortlich. Andere Forscher verweisen auf das unerklärliche Verschwinden von Schiffen im Bermuda-Dreieck: Das Meerwasser sei durch aufsteigende Gasblasen zu dünn geworden und habe die Frachter nicht mehr tragen können. Die Folgen der Klimaerwärmung auf die Hydratlagerstätten wird noch kontrovers diskutiert. Viele Experten befürchten, dass ein weiterer Temperaturanstieg des Erdklimas zu einem Schmelzen des Methaneises und schließlich zur Freisetzung des Gases in die Atmosphäre führen wird und somit zu einer drastischen Verstärkung des Treibhauseffektes. Andere Wissenschaftler wiederum meinen, dass durch das zunehmende Abschmelzen des Polareises und den damit verbundenen Meeresspiegelanstieg der Druck der Wassersäule auf die Methanvorkommen steigt und diese dadurch sogar stabilisiert werden. Die Methanhydrate erfüllen aber noch eine ganz andere Aufgabe in unserem Ökosystem: Sie zementieren die Sedimente am Meeresboden. Bei der Förderung des Energieträgers im Bereich der Kontinentalhänge könnte es zu Rutschungen erheblichen Ausmaßes kommen. Ein solcher submariner Erdrutsch vor Norwegen verursachte vor etwa 7000 Jahren eine Flutwelle, welche die Shetland Inseln nahezu vollständig überspülte.
Expeditionen Im Pazifischen Ozean, 100 Kilometer westlich der Küste des US-Bundesstaates Oregon, startete Mitte 1999 ein Großprojekt zur Erkundung der “gefrorenen Rülpser”. Das Forschungszentrum Geomar der Universität Kiel, Wissenschaftler der Oregon State University und das Monterey Bay Aquarium Research Institute (MBARI) führten im Rahmen des “Tecflux-Projektes” bisher acht Expeditonen mit vier unterschiedlichen Forschungsschiffen durch. Eine weitere Expedition ist für Mitte 2000 geplant.





