Die deutsche Laserindustrie rechnet sich in der Halbleiter- und Medizintechnik gute Wachstumschancen aus. Bis 2012 sollten sich die weltweiten Umsätze von derzeit rund 160 Milliarden DM verzehnfachen, sagte Sven Behrens vom Verband der deutschen feinmechanischen und optischen Industrie (Verband F+O) auf der Messe “Laser 2001” (18.-22. Juni) in München. In der Medizintechnik gebe es beispielsweise dank neuer Verfahren zur Diagnose von Hautkrebs enormes Wachstumspotenzial.
Auf Grund des Fachkräftemangels könne die Industrie aber kaum noch mit dem rasanten Entwicklungstempo Schritt halten. “Auf einigen Gebieten der optischen Technologien ist Deutschland im internationalen Vergleich bereits zurückgefallen oder hat den Anschluss gar schon verloren.” Behrens forderte deshalb einen Umbau des Studienganges Physik und die Einführung zweier neuer Ingenieursabschlüsse in den Bereichen Präzisionsfertigungstechnik und Optische Systemtechnik.
Die rund 350 deutschen Unternehmen der Branche steigerten ihren Umsatz 2000 um 37 Prozent auf 7,32 Milliarden DM (3,74 Mrd Euro). Auch in diesem Jahr sei wieder mit einem “guten zweistelligen Umsatzplus” zur rechnen, sagte Behrens. Der Auslandsanteil liege momentan bei rund 60 Prozent. Derzeit beschäftige die Laserindustrie bundesweit rund 40.000 Menschen. Allein in den letzten fünf Jahren seien die Beschäftigtenzahlen um jährlich 15 Prozent gestiegen.
Fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit seien optische Technologien mittlerweile in fast alle Bereiche des täglichen Lebens vorgedrungen, sagte Behrens. So sei es mit Hilfe von Lasern möglich, immer kleinere und leistungsfähigere Mikrochips zu produzieren. In der Medizin kämen optische Technologien unter anderem in der Gentechnik oder bei Operationen am Auge zum Einsatz. Aber auch in Bildschirmen von tragbaren Computern, Handys, Glasfasernetzen und in der Autoindustrie sei der Einsatz der gebündelten Lichtstrahlen nicht mehr wegzudenken. “Wir stehen erst am Anfang und langfristig wird die Photonik die Elektronik ablösen.”
dpa





