Für Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer beim deutschen Fachverband für Solarenergie e.V., hat die Zukunft der Photovoltaik bereits begonnen. Seine Vision: eine weiträumige und dezentrale Verbreitung der Technik.
bild der wissenschaft: Ist der Zeitpunkt für die Installation einer eigenen Photovoltaik-Anlage günstig, oder wird es in absehbarer Zeit einen Preissturz geben?
Stryi-Hipp: Abwarten lohnt sich nicht. Das Preisgefüge ist relativ stabil. Jede Kilowattstunde erzeugter Strom wird dem Anlagenbetreiber mit 99 Pfennig vergütet. Das wird jedoch jährlich um fünf Prozent zurückgefahren. Diese fünf Prozent entsprechen ungefähr dem jährlichen Preisverfall für Photovoltaik-Anlagen.
bdw: Die Installation der Anlage wird zurzeit über das 100000-Dächer-Programm gefördert. Gibt es Pläne für weitere Förderprogramme?
Stryi-Hipp: Das 100000-Dächer-Programm läuft noch bis Ende 2003. Was danach passiert, ist im Moment noch weitgehend offen. Eventuell wird dann die Einspeisevergütung angepasst.
bdw: Gibt es in bestimmten Baugebieten Einschränkungen für Photovoltaik-Anlagen?
Stryi-Hipp: Für die Installation der Anlage ist grundsätzlich keine Baugenehmigung erforderlich. Nur bei denkmalgeschützten Gebäuden kann es Einschränkungen geben.
bdw: Rechnet sich die Installation?
Stryi-Hipp: Durch die sehr gute Fördersituation wird sich eine Photovoltaik-Anlage weitgehend selbst finanzieren. Nach einer Betriebszeit von ungefähr 20 Jahren hat sich die relativ hohe Investition gerechnet. Es ist aber kein Geld damit zu verdienen.
bdw: Wie schätzen Sie die langfristige Entwicklung der Photovoltaik ein?
Stryi-Hipp: Langfristig werden wir auf den meisten Dächern Photovoltaik-Anlagen sehen. Zentrale solare Großkraftwerke, wie sie oft als Zukunftsvision gelten, werden aber die Ausnahme bleiben.
Sebastian Moser





