Amerikanische Chemie-Ingenieure haben eine Methode entwickelt, um schneller neue Materialien zu finden. Dazu verwenden sie künstliche Intelligenz und eine Technik, die Tausende von Mixturen gleichzeitig testen kann, berichten die Forscher von der Purdue University in einer Presseerklärung der Universität. Die Technik könnte helfen, die Prozeduren, mit denen Firmen neue Katalysatoren oder Werkstoffe entwickeln, deutlich zu beschleunigen.
Jochen Lauterbach und seine Kollegen nutzen so genannte hybride neurale Netzwerke, deren Programmierung Fakten über physikalische und chemische Eigenschaften von Stoffen in die Berechnung neuer Katalysatoren einbezieht. Das automatisierte System, das Lauterbach entwickelt hat, besteht aus Tausenden winziger Plastikkügelchen, die mit den verschiedenen Katalysatoren überzogen werden und alle zusammen im selben Experiment getestet werden können. Mit einem speziellen Infrarotsensor überprüft die Anlage jede Probe auf ihre Reaktionen.
Der Computer erhält die Daten aller Substanzen. Die Software imitiert die logischen und intuitiven Denkprozesse von Chemikern, die neue Formeln für alle denkbaren Materialien vom Radiergummi bis zum Raketentreibstoff erfinden. Solche Unmengen an Informationen könnte allerdings kein menschliches Gehirn bewältigen ? schon gar nicht gleichzeitig. Die künstliche Intelligenz verwendet die vielen Versuchsergebnisse nun, um völlig neue Substanzen zu kreieren, an die niemand zuvor gedacht hat.
Cornelia Pfaff





