Miniaturfluggeräte, kaum größer als eine Libelle und ausgestattet mit einer winzigen Kamera, könnten schon bald zur Spionage und für militärische Zwecke eingesetzt werden. Wissenschaftler der kalifornischen Firma AeroVironment haben einen Prototyp vorgestellt, dessen neuartige Flügel nach dem Vorbild von Insektenflügeln entwickelt wurden.
Ziel der Ingenieure, die an solchen Flugobjekten arbeiten, ist ein Mini-Spion, der unbemerkt in das Innere von Gebäuden gesteuert werden kann. Dazu müsste das Fluggerät in der Lage sein, sehr langsam zu fliegen und in der Luft zu schweben ? so wie Libellen oder andere Insekten. Deren Flugtechnik zu imitieren ist allerdings technisch sehr schwierig.
Im Windkanal der University of California in Los Angeles haben jetzt zwei Doktoranden einen ultraleichten Flügel entwickelt, der nach dem Prinzip der Insektenflügel funktioniert. Der erste Flug eines 20 Zentimeter langen Prototyps ist erfolgreich verlaufen.
Ein von der gleichen Firma entwickelter, nur 15 Zentimeter langer Miniflieger mit der Bezeichnung “Schwarze Witwe” wird bereits für militärische Überwachungsaufgaben eingesetzt. “In einer Höhe von 100 Metern über dem Erdboden kann er weder gesehen noch gehört werden. Und er sendet uns gestochen scharfe Bodenaufnahmen”, sagt Projektmanager Matt Keennon. Die Fluggeschwindigkeit der Schwarzen Witwe mit ihren unbeweglichen Flügeln ist allerdings so groß, dass damit ein sicheres Manövrieren in Gebäuden nicht möglich ist.
Joachim Czichos





