Kopfläuse – Haustiere haben mit der Übertragung nichts zu tun
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Kopfläuse – Haustiere haben mit der Übertragung nichts zu tun

Eines schon mal vorweg, Läuse springen nicht. Sie laufen. Dabei allerdings können sie dank ihrer sechs Beinchen ziemlich schnell unterwegs sein. Die bis zu drei Millimeter großen, flügellosen Insekten sind hautfarben, ein bisschen gräulich, wenn sie viel frisches Blut ihres Wirts in sich haben, können sie auch rotbraun sein. Am häufigsten finden sich Kopfläuse auf Kinderköpfen. Die Läuse werden übertragen, weil die Kleinen ihre Köpfe zusammenstecken und die Tiere so freie Bahn von einem Kopf auf den anderen haben. Da Kinder aber auch gerne mit ihren Haustieren kuscheln, stellt sich vielen Eltern die Frage, ob Läuse auch auf diese übertragen werden können. Oder andersherum: Ob die Läuseübertragung vielleicht sogar vom Tier auf den Menschen erfolgt?

Eine Menschenlaus ist genau genommen auch eine Tierlaus

Es gibt ganz verschiedene Arten von Läusen, allein uns Menschen können Kopfläuse, Filzläuse oder sogar Kleiderläuse befallen. Nimmt man es biologisch ganz genau, dann gehören auch sie zur Ordnung der Tierlaus – der Mensch ist schließlich Teil der Gattung Säugetiere. Der Lebenszyklus einer Laus umfasst rund 20 Tage und besteht aus den drei Stadien Nisse, Larve und erwachsene Laus.
Läuse übertragen Krankheiten, aber nicht in unseren Breitengraden. Allerdings kann sich durch den Juckreiz, der beim Blutsaugen entsteht, und das darauffolgende Kratzen die Haut entzünden. Auch bei Hunden und Katzen sind solche Infektionen nicht ausgeschlossen.

Keine Übertragung der Läuse vom Mensch aufs Tier

Unsere gängigen Haustiere haben nur sehr selten Läuse, auch, wenn es allein in Mitteleuropa Hunderte verschiedene Arten von Tierläusen gibt. Sie sind zwischen einem und acht Millimeter groß, sind wie Kopfläuse auch Parasiten und können jede Art von Tier befallen – es gibt sogar salzwassertolerante Läuse, die es sich auf Seehunden gemütlich machen. Bei Hunden oder Katzen sprechen Tierärzte von Haarlingen, Pelz- oder Tierläusen. Sie leben von keratinhaltigen Hautbestandteilen oder von Blut. Läuse sind sogenannte wirtsspezifische Tiere. Das heißt, ihr Überleben ist nur auf dem richtigen Wirt gesichert. Kopfläuse zum Beispiel, die auf den Menschen als Wirt ausgerichtet sind, brauchen menschliches Blut, sonst vertrocknen sie innerhalb weniger Tage. Verirrt sich also wirklich einmal eine Tierlaus auf einen Menschen, dann ist das zum einen nicht gefährlich und zum anderen wird sie dort sowieso nicht lange überleben. Auch von einem Tier aufs andere ist eine Übertragung der Läuse nicht möglich. Anders ist das bei Milben, wie sie zum Beispiel auch bei Hunden, Katzen oder Kaninchen vorkommen. Viele Milbenarten sind nämlich wirtsunspezifisch. Durch sehr engen Kontakt mit dem Tier, wie es oft bei Kindern der Fall ist, ist es möglich, sich zu infizieren. In der Regel kommt es dann zu Hautreaktionen. Der beste Schutz vor solchen Zoonosen ist, Haustiere vor Infektionen zu bewahren, gut zu beobachten und bei Befall schnell zu behandeln.

Kopfläuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun

Häufig gehen diejenigen, die noch keine Läuse hatten, davon aus, dass sie diese gar nicht bekommen können. Ganz einfach, weil sie sich, ihre Haare und ihre Kleidung ja regelmäßig waschen. Damit allerdings hat das überhaupt nichts zu tun. Wer sich ausgesprochen häufig wäscht, hat bei einem Befall höchstens ausgesprochen saubere Läuse. Die Behandlung von Kopfläsen geht heutzutage übrigens schnell und einfach, Kinder können bereits am nächsten Tag wieder in die Kita oder in die Schule. Die Mittel sind wie Shampoos, viele wirken über Nacht. Danach müssen Sie lediglich die Haare noch einmal ausspülen, die Nissen mit einem entsprechenden Kamm entfernen oder am besten gleich rausschneiden und das Bettzeug, die Nachtwäsche sowie die Wäsche des Vortags heiß waschen. Wollmützen oder Kuscheltiere können Sie einfrieren, damit sie schnell wieder zur Verfügung stehen. Da die Übertragung der Kopfläuse nicht vom Menschen aufs Tier erfolgt, müssen Sie die „echten“ Tiere aber keinesfalls mitbehandeln.

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