Die ersten Ausflüge ins All, die Mondlandung und der Bau von Stationen im Orbit: Die frühen Meilensteine der Raumfahrt basierten auf Entwicklungen staatlich getragener Organisationen wie der NASA. Doch etwa seit der Jahrtausendwende hat sich das geändert. In die Branche haben zunehmend Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen Einzug gehalten. Mittlerweile sind sie bereits zu wichtigen Trägern und Triebfedern der Innovation geworden – Tendenz steigend. Diese Entwicklung wird dabei auch mit dem Schlagwort „New Space“ bezeichnet.
Im ersten Artikel des vierteiligen Titelthemas „Wettstreit ums All“ beleuchtet der BDW-Redakteur Ralf Butscher zunächst, wie weit die Kommerzialisierung in der Raumfahrt schon fortgeschritten ist und wie der Trend entstanden ist. Ein wichtiges Ziel der privatwirtschaftlichen Unternehmen wie SpaceX ist es demnach, hohe Leistungen bei möglichst niedrigen Kosten zu erreichen. Butscher berichtet über die aktuellen Erfolge und Innovationen in der Branche. So hat etwa die Entwicklung mehrfach nutzbarer Raketen einen Preisverfall in der Raumfahrt in Gang gesetzt und neue Möglichkeiten eröffnet. Unter anderem könnte die Kommerzialisierung der Raumfahrt entscheidend zur Eroberung des Mars beitragen oder auch zu einem Tourismus-Boom im All führen. Der Autor geht im Artikel „Raumfahrt auf Bestellung“ zudem auf problematische Aspekte der Entwicklung ein.
ISS-Nachfolge und Deutsche Durchstarter
Im zweiten Teil des Titelthemas rückt Butscher die Entwicklungen beim Bau zukünftiger Raumstationen in den Fokus. Denn das bislang größte von Menschen gefertigte Objekt im Weltraum muss ersetzt werden: Die Internationale Raumstation ISS soll bis Ende 2030 den Betrieb einstellen. Der Autor berichtet über die derzeitigen Pläne zur Entsorgung der riesigen Struktur im Orbit und was anschließend kommen soll. Sowohl beim kontrollierten Absturz der ISS als auch bei den Ideen und Konzepten für neue Raumstationen spielen demnach private Unternehmen eine wichtige Rolle. Sie tüfteln etwa an Strukturen, die sich durch Überdruck entfalten können, und auch für den Komfort gut betuchter Weltraumtouristen wollen die Anbieter sorgen, geht aus dem Artikel „Was kommt nach der ISS?“ hervor.
Abgerundet werden die ersten beiden Beiträge des Titelthemas von einem Interview, das Butscher mit Stefanos Fasoulas vom Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart geführt hat. Darin erklärt der Experte detailliert, in welcher Weise der Einstieg privater Unternehmen die Entwicklung der Raumfahrt geprägt hat und nun weiter voranbringt. Ein wichtiger Aspekt ist ihm zufolge dabei die Förderung der Forschung im All. „Jeder, der es wünscht, erhält nun Zugang zur Raumfahrt“ lautet eine der Kernaussagen des Interviews.





